Achtung bei der Ananas-Diät: Auch wenn die Ananas selbst gesund sein mag, kann sie gesundheitsgefährdend sein.
Zusammensetzung/Theorie: Bei der Ananas-Diät werden ausschließlich Ananas und aus Ananas hergestellte Säfte zugeführt. Da in einem Kilo Ananas zirka 550 Kilokalorien stecken, müssen täglich zwei bis drei Kilo Ananas verzehrt werden, um einen Kaloriengehalt von zirka 1000 Kilokalorien zuzuführen. Bei der allgemeinen Enzym-Diät können auch andere enzymreiche Früchte, wie zum Beispiel Papayas (80 Kilokalorien pro Kilo Papaya) und Kiwis (2000 Kilokalorien pro Kilo Kiwi) verzehrt werden. Die vielgerühmten Enzyme der Früchte sollen den Eiweißabbau unterstützen und das Fett gezielt zum Schmelzen bringen.
Als Dauerkost geeignet: Nein
Risikonährstoffe/-wirkstoffe: Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Vitamine, Mineralstoffe wie zum Beispiel Eisen, Jod, Zink
Ernährungswissenschaftlich nachvollziehbar: Nein. Die Ananas-/Enzym-Diät ist in keinem Punkt ernährungswissenschaftlich und ernährungsmedizinisch nachvollziehbar. Auch "Enzyme", die in Kapselform eingenommen werden, führen nicht zur Gewichtsreduktion.
Ernährungsmedizinisch sinnvoll: Nein. Die Ananas-/Enzym-Diät ist wie alle anderen Monodiäten (zum Beispiel Kartoffel-, Apfel- oder Nudeldiät) eine der extremsten Formen zu einer Fehl- und Mangelernährung. Sie liefert einen geringen Kaloriengehalt und ist extrem einseitig. Durch die geringe Zufuhr an Eiweiß baut der Körper Muskelmasse als Eiweißquelle ab und der Jo-Jo-Effekt bleibt nicht aus.
Bewertung: Nicht empfehlenswert, gesundheitsgefährdend
Kommentar: Ein Lerneffekt tritt bei dieser gesundheitsgefährdenden Diät nicht ein. Der sportliche Aspekt spielt bei der Ananas-/Enzym-Diät keine Rolle.
Verantwortlich: Sven David Müller (Diätassistent und Diabetesberater DDG) unter Mitarbeit von Simone Mersch (cand. oec. troph.),
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., Aachen