15.12.2004 - 23:00 Uhr

Pfundstraining für Mollige

Pfundstraining für Mollige
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Pfundstraining für Mollige

von Jochen Fendt

Sportliche Betätigung ist nicht nur für Schlanke gedacht. Auch für Mollige gibt es etliche Sportarten, die Spaß bereiten. Mit dem richtigen Konzept und der Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse geraten die Pfunde ins purzeln.

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Die jüngste Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung brachte es erneut zutage. Die Deutschen werden immer dicker. 65 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen sind übergewichtig. Seit Anfang ist siebziger Jahre hat der Durchschnittsdeutsche Jahr für Jahr schwergewichtiger geworden. Die Gründe sind relativ profan. Es wird zu fett, zu süß und vor allem zu viel gegessen. Im Gegensatz hierzu nimmt die allgemeine körperliche Aktivität immer stärker ab.

Dicke Menschen keine Zielgruppe?
Scheinbar zielen die Angebote aus der schlanken, durchgestylten Fitness-Welt an der großen Zielgruppe des Oversize-Klientels vorbei. Oder wo sind die Marketingkampagnen, Werbeprospekte und Hochglanz-Illustrierte, die aktive Schwergewichte zum Inhalt haben? So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Bewegungswilligen im XXL-Format von der Fitness-Industrie nicht angesprochen fühlen. Und altbackene Gymnastikkurse in Volkshochschulen und Vereinen locken die gemeinhin als Couchpotatoes bezeichneten Übergewichtigen schon lange nicht mehr hinter dem Ofen hervor.

Um so wichtiger ist es, auch den Molligen Spaß an der Bewegung zu vermitteln.
Denn zuviel Körperfett ist kein ästhetisches Problem, sondern eine Frage der Gesundheit. Jedes Kilo zuviel erhöht das Risiko an Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechsel-Störungen oder Gelenkproblemen zu erkranken. So glauben viele, ihr gewichtiges Problem mit Diäten in den Griff zu bekommen. Doch die meisten Schwergewichte haben schon viele erfolglose Abmagerungskuren hinter sich und erinnern sich frustriert an den allseits bekannten Jojo-Effekt.

Zirkeltraining - die Übungen
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Um den Kampf gegen die Pfunde zu gewinnen, gibt es nur eine Lösung: Alltag und Freizeit aktiver gestalten. Aber wie? Es gibt viel mehr Möglichkeiten als angenommen. Für jeden XXL-Typ ist auch eine Sportart dabei: Walken, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Rudern, Tai Chi, Qigong und vieles mehr. Es ist alles erlaubt was Spaß macht und dabei Rücken sowie Gelenke schont. Mit wachsender Kondition und sinkendem Körpergewicht sind auch Joggen, Ballspiele oder Inlineskating möglich.

Aller Anfang ist nicht schwer
Ist erst einmal der innere Schweinehund besiegt und die Überzeugung, sich als XXL-Sportler betätigen zu wollen, gereift, stellt sich die Frage nach der Umsetzung. Zunächst sollte immer ein Check bei einem Sportmediziner erfolgen, der eventuelle organische Vorbehalte und eine individuelle Trainingsempfehlung gibt. Dann geht es um die Beherrschung der richtigen Technik in der ausgewählten Sportart. Ansonsten ist die Sportverletzung vorprogrammiert. Denn auch Sehnen und Bänder müssen sich langsam an die neuen Belastungen gewöhnen. Ob die Techniken unter Anleitung oder unorganisiert, allein oder in der Gruppe erlernt werden, ist dabei zweitrangig. Falls sie sportliches Neuland betreten, sollten sie aber eine ausgebildete Kraft zu Rate ziehen.

Aus sportwissenschaftlicher Sicht rückt man den Pfunden am effektivsten zu Leibe, indem man Ausdauersport mit Krafttraining kombiniert. Das mehr an Muskelmasse hat den großen Vorteil, dass sie den Grundumsatz erhöhen. Und das nicht nur in Aktion, sondern auch in Ruhe. Da wird das Abnehmen im Schlaf zur Realität. Das Ausdauertraining soll aber nicht nur zum Kampf gegen die Kalorien dienen. Der Spaß an der Bewegung steht auch hier im Vordergrund. Training hat etwas mit Entspannung zu tun und nichts mit körperlicher Quälerei. Dementsprechend soll der XXL-Sportler immer in seinen Körper hören. Bestimmt Schmerz und Leid die sportliche Aktivität, stimmt etwas Grundsätzliches nicht.

Neben der Kräftigung sollten die Übergewichtigen auch regelmäßig Dehnübungen machen, damit sich ein muskuläres Gleichgewicht einstellt und die ‚eingerosteten' Bewegungsumfänge der Gelenke wieder aktiviert werden. Dem Gewicht und der Sportart angepasste Schuhe dämpfen Stöße ab, verleihen Trittsicherheit und gleichen Fehlstellungen aus.

Je mehr Sport desto größer der Nutzen
Es ist ein Irrglaube, dass erst nach 30 Minuten sportlicher Betätigung die Fettverbrennung einsetzt. Auch ist es schlichtweg falsch, dass Fettzellen nicht verschwinden. Es gibt eine einfache Devise: Je länger und intensiver Sport getrieben wird, desto mehr geht es den Reserven an den Kragen. Die eingesetzten Muskeln verbrennen die im Körper gespeicherten Kohlenhydrate und Fette. Des weiteren setzt diese Verbrennung nach dem Training nicht aus. Noch Stunden nach dem Training verbraucht der Körper vermehrt Fett zur Regeneration. Trotz dieser verlockenden Tatsachen gilt für übergewichtige Sportneulinge auch weiterhin nicht zu schnell zu viel zu wollen. Ansonsten findet man sich ganz schnell unter den Couchpotatos wieder, diesmal aber verletzt.

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