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Gefahr Zeckenbiss

01.07.2009 - 22:00 Uhr
Gefahr Zeckenbiss
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Gefahr Zeckenbiss

 

Die Sonne lacht! Also raus in die Natur. Doch Achtung: Frühjar- und Sommerzeit sind auch Zeckenzeit! Zwar ist die Frühsommer-Meningoencephalitis die bekanntere der beiden durch Zecken übertragenen Krankheiten, doch die Lyme-Krankheit kommt wesentlich häufiger vor. Wie man sich schützen kann, wer besonders gefährdet ist und ob man sich impfen lassen kann. Fragen über Fragen, hier gibt's die Antworten.

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Alles über Borreliose und die Krankheitsstadien sowie Therapiemöglichkeiten

"Es ist falsch zu glauben, dass ein Zeckenbiss nur in Süddeutschland gefährlich ist", so Heike Stahlhut, Biologin beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg. Zecken übertragen die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Besonders gefährdet sind Wanderer und Kinder.

Was sind eigentlich Zecken?
Zecken gehören mit ihren acht Beinen zu den Spinnentieren und sind Parasiten, die sich vom Blut des Wirtes ernähren, den sie befallen. Dazu gehören in der Regel die im Wald lebenden Tiere und die sich im Wald oder Garten aufhaltenden Menschen.

Wo halten sich die Blutsauger versteckt?
Zecken halten sich im Gestrüpp, in hohen Gräsern und Farnen, an Wald- und Wegrändern sowie im Unterholz von Parkanlagen bis zu einer Höhe von etwa 1,5 Metern auf. Sie erkennen ihre potenziellen menschlichen Opfer an Erschütterungen, der Körperwärme, die wir ausstrahlen und an Duftstoffen. Sie lassen sich im Vorübergehen von den Pflanzen, auf denen sie hocken, abstreifen. Dass sie sich von Bäumen herabfallen lassen, trifft nicht zu und entspricht der volkstümlichen Überlieferung.

Wann sind Zecken aktiv?
Zecken werden erst an warmen Frühlings- und Sommertagen bei Temperaturen ab zehn Grad aktiv. Für unsere Verhältinisse entspricht dies etwa den Monaten März bis November. Ihre aktivste Zeit haben sie im Mai/Juni und im September. Mit Vorliebe stechen sie vormittags und am frühen Abend. Sie lieben dünne, warme und feuchte Hautstellen – besonders die Kniekehlen, den Haaransatz, die Region zwischen den Beinen und unter den Armen.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Oft sind die Stiche harmlos und werden nur durch Zufall entdeckt, zum Beispiel beim Duschen oder beim Umkleiden. Zecken können die Haut ein wenig betäuben, so dass der Stich für uns unmerklich geschieht. Folgende Krankheitserreger können sie übertragen:

  • die Borreliose
  • die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)
  • das Zeckenbiss-Fieber

Dabei ist die Zecke nur der Zwischenwirt. Sie selbst wird, obwohl sie infiziert ist, nicht krank.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 2004 drei weitere deutsche Landkreise als Risikoregionen für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME eingestuft. Neu in der Liste sind Hildburghausen, Sigmaringen (Baden-Württemberg) und Hof (Bayern). Außerdem stieg die Zahl der gemeldeten FSME-Infektionen im Jahr 2005 auf den Rekordstand von 420 Fällen. 80 Prozent davon entfallen auf Bayern und Baden-Württemberg, wo auch 75 der nunmehr 83 FSME-Risikokreise liegen. Die übrigen 8 Kreise mit FSME- Risiko liegen in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Experten mahnen daher alle Menschen in Süddeutschland, sich gegen FSME impfen zu lassen. Auch Urlauber, die nach Österreich, Osteuropa oder Russland reisen, sollten sich impfen.

Was bedeutet FSME?
Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Die medizinische Fachbezeichnung für die Hirnhäute ist Meningen, für das Gehirn selbst Enzephalon, die Endsilbe "itis" deutet auf eine Entzündung hin.

Welcher Erreger verursacht die FSME?
Es handelt sich um ein Virus, das in Europa im Wesentlichen durch infizierte Zecken auf den Menschen übertragen wird. Die farbige Abbildung weiter unten zeigt ein Virus aus der entsprechenden Gruppe. Durch einen Zeckenstich gelangen die Viren in die Blutbahn des Menschen und können dort die Krankheit auslösen. In den FSME-Gebieten Deutschlands (vergleiche die Abbildung) sind ein bis fünf Prozent der Zecken mit dem Virus infiziert. Damit sich der Erreger vermehren kann, ist eine bestimmt Mindesttemperatur von etwa acht Grad Celsius erforderlich. In Höhen oberhalb von 1.000 Meter halten sich daher keine Zecken auf.

Der Unterschied zur Borreliose
Bei dem Erreger der FSME handelt es sich um einen Virus, bei der Borreliose ist es ein Bakterium. Durch die gleichen Zecken kann auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen werden und zur Lyme-Borreliose führen. Hierbei handelt es sich aber um eine andere Krankheit, die wesentlich häufiger auftritt. Während die FSME in Deutschland nur in bestimmten Regionen vorkommt, ist die Borreliose allgemein verbreitet.

Vorkommen in Deutschland
FSME-Virus übertragende Zecken kommen in vielen europäischen Ländern und in Asien vor. Wesentliche Verbreitungsgebiete in Deutschland bestehen in Baden-Württemberg und Bayern, einzelne Risikogebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Gebiet der neuen Bundesländer sind bislang nur vereinzelte Erkrankungsfälle festgestellt worden.

Welches sind die Risikogebiete?
FSME-Risokogebiete befinden sich auch in Österreich, Ungarn, Südschweden, Slowenien, Albanien, Tschechien und der Slowakei, sowie in den EU-Neulingen Polen, Estland, Lettland und Litauen, aber auch in Russland.

Wo ist das Risiko gering?
Von marginaler Bedeutung sind Frankreich, Italien, Griechenland (Einzelfälle). Kein FSME-Risiko besteht auf der Iberischen Halbinsel, in dem Vereinigten Königreich, den Benelux-Ländern und Dänemark.

Gibt es jahreszeitliche Häufungen?
Die Krankheit tritt in Abhängigkeit von der Aktivität der virustragenden Zecken bevorzugt im Frühjahr und im frühen Sommer auf. Daher trägt die Erkrankung auch ihren Namen. In manchen Jahren wird auch ein Herbstgipfel beobachtet. Bei warmer Witterung kann sie auch in anderen Jahreszeiten vorkommen.

Wie kommt es zur Infektion?
Die Übertragung erfolgt durch einen Zeckenstich, sehr selten durch virusinfizierte Milch von Ziegen und Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht, auch geht von Erkrankten keine Ansteckungsgefahr aus.

Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Erkrankung. Nach erfolgter Infektion treten nur bei etwa jedem Dritten Krankheitserscheinungen auf. Der Krankheitsverlauf ist zwei-phasisch. Es kommt zunächst zu grippeähnlichen Symptomen mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche (bis zu 20 Tagen) entsteht bei etwa zehn Prozent dieser Patienten eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoenzephalitis) mit Fieber, Erbrechen bis hin zum Koma.

Vor allem bei älteren Patienten kann sich zusätzlich eine Entzündung im Bereich des Rückenmarkes (Myelitis) entwickeln. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Lähmungserscheinungen (Paresen), aber auch von einem Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft bis Monate nach der eigentlichen Erkrankung anhalten. Erfreulich ist es, dass es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung kommt. Schwere Krankheitsverläufe werden fast nur bei Erwachsenen beobachtet.

Wie lange dauert es bis zum Auftreten von Krankheitssymptomen?
Gewöhnlich sieben bis 14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tagen.

Welche Therapie ist möglich?
Die Therapie erfolgt symptomatisch. Eine spezifische Behandlung gegen das Virus ist nicht verfügbar.

Impfung ohne Praxisgebühr
Eine Indikation für eine Impfung besteht für Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort gegenüber Zecken exponiert sind. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht auf der Basis dokumentierter FSME-Erkrankungsfälle periodisch Karten zu FSME-Risikogebieten in Deutschland. Den örtlichen Gesundheitsämtern obliegt es, in den Risikogebieten die Ärzte und die Bevölkerung über die Situation und präventive Maßnahmen zu informieren.

Krankenkassen zahlen die Kosten für Patienten, die in Risikogebieten wohnen. Wer in eine gefährdete Region reist, muss aber selber dafür aufkommen. "Es ist sträflich, ungeimpft in der Zeckensaison in Risikogebiete zu fahren", sagt Zecken-Experte Jochen Süss. Gegenwärtig können nur Jugendliche ab dem vollendeten 12. Lebensjahr oder Erwachsene geimpft werden. Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich, die einen Schutz für mindestens drei Jahre verleihen.

Außer der von Viren ausgelösten FSME können Zecken auch die nicht durch eine Impfung vermeidbare Lyme-Borreliose übertragen, die von Bakterien verursacht wird und sich nicht auf Risikogebiete beschränkt. Die Borreliose ist mit geschätzten 40.000 Neuinfektionen pro Jahr deutlich häufiger als FSME. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika behandeln und verläuft dann meist gutartig. Eine Impfung gibt es noch nicht.

Verbreitung der Erkrankung
Weltweit, aber vor allem in den gemäßigten Klimazonen.

Der Infektionsweg
Die Übertragung des Erregers geschieht durch den Zeckenstich. Nur nach länger dauerndem Saugakt werden die Bakterien übertragen. Ob es zur Erkrankung kommt, hängt davon ab, ob die Zecke den Erreger in sich trägt. Der medizinisch korrekte Name für das Bakterium ist Borrelia burgdoferi, wovon sich auch der Name der Erkrankung ableitet. Mikroskopisch sieht der Erreger sehr kunstvoll aus, wie die untere Abbildung zeigt. Die Durchseuchung der Zeckenpopulation ist sehr unterschiedlich, in einigen Gebieten Deutschlands tragen zehn bis 20 Prozent der Zecken den entsprechenden Erreger. Regional können diese Werte sogar noch ein wenig höher liegen.

So lange dauert es bis zur Erkrankung
Normalerweise tritt nach drei Tagen bis fünf Wochen eine typische Rötung auf. Diese wird auch Erythema migrans, also wandernde Rötung, genannt. Der Name kommt daher, dass die Rötung vom Zeckenstich weg nach außen wandert, wie man sehr schön auf der Abbildung erkennen kann. Leider sieht man dieses typische Bild sehr selten, was nicht verwunderlich ist, wenn es zum Beispiel am behaarten Kopf auftritt oder an entlegenen Stellen des Körpers, die wir selbst nicht so gut betrachten können. Dort wird es dann nur gesehen, wenn sie sehr genau schauen und Ihre Kinder gezielt danach absuchen. Monate bis Jahre nach einem Zeckenstich kann es dann zum Auftreten von Symptomen des sogenannten Sekundärstadiums kommen.

Diese Beschwerden können auftreten
Typischerweise beginnt die Erkrankung im Sommer mit dem Auftreten der Hautveränderungen. An der Stelle des Zeckenstiches entsteht eine gerötete Erhabenheit, die sich ringförmig vergrößert und zentral abblasst (siehe Abbildung oben). Gelegentlich können mehrere dieser Läsionen beobachtet werden. Begleitet werden kann die Hautrötung von grippeartigen Krankheitserscheinungen. Es sind auch Beschwerden ähnlich einer Hirnhautentzündung möglich (mit Kopfschmerzen und Erbrechen). Die Beschwerden können mehrere Wochen andauern oder seltener auch den Hautveränderungen vorangehen. Die Hautrötung kann auch ohne Therapie verschwinden oder in ein chronisches Erkrankungsstadium übergehen, medizinisch spricht man dann von einem Erythema chronicum migrans.

Das Sekundärstadium
Einige Wochen bis Monate nach Beginn des ersten Stadiums (Primärstadium) können neurologische Beschwerden auftreten. Dazu können Entzündungen verschiedener Nerven gehören. Besonders augenscheinlich ist die halbseitige Gesichtlähmung, bei der Augen und Mund nicht mehr richtig geschlossen werden können. Die Abbildung zeigt den Befund einer halbseitigen Gesichtslähmung bei einem Säugling. Weitere Symptome des Sekundärstadiums sind Manifestationen am Herzen, wie unter anderem Herzrhythmusstörungen und an den Gelenken (vor allem Kniegelenke). Möglicherweise durch unterschiedliche Erreger bedingt, werden in den USA häufiger Gelenkentzündungen (Arthritiden) und in Europa häufiger neurologische Manifestationen beobachtet.

Das dritte Stadium
Bei Übergang ins Tertiärstadium kann es zur Ausbildung von chronischen Beschwerden am Nervensystem, Herzen und der Haut kommen.

Wie läuft die Infektion normalerweise ab
Wahrscheinlich verlaufen rund 50 Prozent der Infektionen völlig unbemerkt. Ebenso kann das Primärstadium symptomlos durchlaufen werden. Es ist leider auch nicht selten, dass Patienten, die behandelt wurden, milde Spätsymptome aufweisen. Ob das Immunsystem für diese Reaktionen verantwortlich ist oder eine verbleibende geringe Anzahl an Erregern, wird unter Experten noch diskutiert.

Welche Therapie möglich ist
Es kann mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden, die Therapie ist insbesondere bei neurologischen Manifestationen wichtig und hat sich bewährt. Ein Impfstoff befindet sich noch in der Erprobung.

Borreliose versus FSME
Häufig wird die Borreliose mit der FSME verwechselt oder gleichgesetzt, es handelt sich aber um ganz unterschiedliche Erkrankungen. Lesen Sie hier mehr zum Thema FSME. Sprechen wir über Zeckenbisse und deren Folgen, dann meinen wir häufiger die dadurch mögliche Erkrankung in Form der Borreliose, da diese wesentlich häufiger auftritt. Es sind viel mehr Zecken (etwa 100 Mal häufiger) mit dem Erreger der Borreliose durchseucht. Wenn wir Angst vor der Erkrankung haben, dann fürchten wir uns oft vor der "Hirnentzündung" die durch den Zeckenbiss auftreten kann. Dabei ist dann meist die FSME oder Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeint.

Je schneller die kleinen Biester entdeckt werden, desto besser. Und wer Bescheid weiß, kann die Blutsauger relativ leicht entfernen.

Wie kann ich mein Kind schützen?
Der beste Schutz ist die richtige Kleidung. Je mehr freie und unbedeckte Hautstellen Ihr Kind hat, desto leichter machen Sie es den Zecken. Einen gewissen Schutz bieten daher zunächst langärmlige T-Shirts und auch lange Hosen. Sie sollten als Eltern auch wissen, dass Zecken nicht nur im Wald sondern auch in höheren Gräsern und Sträuchern und somit auch in Gärten und Parks zu finden sind. Zecken lassen sich gerade bei Kindern gerne im Kopfbereich nieder. Sie suchen wie bereits ausgeführt, gerne warme und feuchte Körperstellen, die finden sie bevorzugt hinter den Ohren. Deshalb kann eine Kopfbedeckung ein wichtiger Schutz sein. Selbstverständlich auch gegen die Sonne! Anti-Zeckenmittel zum Auftragen auf freie Hautstellen bieten einen begrenzten Schutz, das ist ähnlich wie bei Anti-Mückenmitteln.

Die wichtigste Maßnahme können wir uns bei unseren nächsten Verwandten in der freien Wildbahn abschauen. Hier stellt die gemeinsame Fellpflege ein wichtiges Ritual dar. Suchen Sie daher nach jedem Aufenthalt im Freien die Haut Ihres Kindes auf Zecken ab. Unter Umständen bedarf es recht guten Augen, da eine Zecke im sogenannten Nymphenstadium nur etwa Stecknadelkopf groß ist. Haben sie erst einmal genug Blut gesogen, dann sind sie erheblich größer und damit besser sichtbar.

Was tun, wenn eine Zecke am Körper sitzt?
Haben Sie bei Ihrem Kind eine Zecke am Körper gefunden, dann heißt es handeln. Die Dauer des Saugakts ist von entscheidender Bedeutung. Das heißt, je länger der kleine Plagegeist Zeit hat, desto wahrscheinlicher wird eine Krankheitsübertragung. Entfernen Sie bei Ihrem Kind nach Möglichkeit die Zecke nicht selbst, sondern gehen Sie damit zu Ihrem Kinderarzt. Leider ist dies gerade an Wochenenden oder am Abend nicht immer möglich.

Was Sie als Elternteil in einem solchen Fall selber tun können
Wenn Sie eine Zecke selbst entfernen, verwenden Sie bitte auf keinen Fall die früher propagierten Hausmittelchen. Die sind genauso schädlich wie das Streuen von Mehl auf eine Verbrennung! Tipps von früher umfassten so "nützliche" Dinge wie: Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner. Bitte nicht so! Dadurch verschlimmern Sie die Lage nur noch, indem Sie die Zecke derart ärgern, dass sie in ihrem Erstickungs- oder Todeskampf erst recht Krankheitserreger durch ihr Saugwerkzeug in die Bisswunde einbringt.

Auch Zeckenzangen mit dicken Greifbacken aus Kunststoff eignen sich nach Angaben von Experten nicht für das gefahrlose Entfernen von Zecken aus der Haut. Das meldet der Borreliose Bund Deutschland in Hamburg. Anstatt die Zecke ohne Quetschen herauszuziehen, würden gefährliche Krankheitserreger mit der Zange regelrecht in den Körper gedrückt.

Geeignet: Pinzette und Zeckenschlinge
Für den Laien besser geeignet ist eine spitze, L-förmig gebogene Pinzette oder eine spezielle Zeckenschlinge, mit der das Tier rüttelnd aus dem Körper gehebelt wird.

Fassen Sie die Zecke ausschließlich im Kopfbereich so nah wie möglich am Hautniveau an und heben Sie sie senkrecht an. Ziehen Sie sie mit gleichmäßigem Zug, gerade oder mit einer leichten Drehbewegung langsam heraus. Ob zupfen oder drehen, jeder sollte die Technik nutzen, die eine problemlose Entfernung ermöglicht. Es spielt wirklich keine Rolle, in welche Richtung sie drehen, die Zecke hat kein Gewinde. Nur vermeiden Sie bitte eine komplette 180- bzw. 360 Grad-Drehung.

Das Prinzip lautet: keine Vorbehandlung, kein Quälen, kein Quetschen, so rasch und schonend wie möglich! Anschließend kann die Wunde desinfiziert werden (Spray) oder mit einer antiseptischen Salbe behandelt werden. Bleibt der Kopf trotz aller Sorgfalt stecken, so birgt er kein direktes Infektionsrisiko. Er wirkt vielmehr wie ein Fremdkörper und kann eine örtliche Infektion oder Fremdkörperreaktion hervorrufen.

Was in der Folgezeit beobachtet werden sollte
Behalten Sie die Einstichstelle noch ein wenig im Auge und kontrollieren Sie sie in den nächsten Wochen. Sollte sich an der betreffenden Stelle oder in der Nähe eine Rötung bilden, so suchen Sie bitte mit Ihrem Kind den Kinderarzt auf. Aber: auch ohne diese Rötung kann eine Erkrankung vorliegen. Sollten sich in den Wochen danach grippeähnliche Symptome, eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen oder ähnliches einstellen, ist ein Arzt aufzusuchen. Bitte setzen Sie ihn über den Zeckenbiss, möglichst mit genauer Ortsangabe in Kenntnis.

Kann eine Impfung schützen?
Die im Volksmund als Zeckenschutzimpfung bezeichnete Impfung kann nicht gegen alle durch Zecken übertragbare Krankheiten schützen. Sie ist ausschließlich gegen die so genannte FSME, die virusbedingte Hirnhautentzündung, gerichtet.

Quelle: freenet.de
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