Mit gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung kann man weitaus mehr Gewicht verlieren als mit der Ballon-Therapie
Um abzunehmen, wollte ich mir den Magen operativ
verkleinern lassen, der Eingriff ist mir aber zu schwer. Wäre
stattdessen ein Ballon im Magen eine Lösung?
Günther Wiesner, per E-Mail
Sie wollen sich unters Messer legen, um
abzunehmen? Da haben Sie aber ein gewichtiges Problem: Die
Ballon-Therapie kommt nämlich nur für Patienten in Betracht, die an
krankhaftem Übergewicht (Adipositas) leiden. Das heißt, Sie müssten
mindestens 40 Prozent mehr auf die Waage bringen, als Sie sollten.
Aber selbst dann wird nicht ohne weiteres zum Skalpell
gegriffen. Um eine ärztlich betreute Diät im Vorfeld der OP kommen
Sie keinesfalls herum.
Der Eingriff läuft so ab: "Der Chirurg setzt mit dem
Gastroskop einen Ballon in den Magen ein, der anschließend mit Luft
oder Flüssigkeit gefüllt wird", erklärt Angela Clausen,
Diätexpertin der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen. Diese
Ballons aus Silikon oder Polyurethan lassen sich auf ein Volumen
von 200–550 Milliliter ausdehnen. Der Patient soll sich mit ihrer
Hilfe später schneller "voll und satt" fühlen. Begibt sich das
aufgeblasene Objekt auf unerlaubte Wanderschaft, kann der Arzt das
per Ultraschall erkennen. Ein Leck bemerkt der Ballonträger, weil
ein Farbstoff in der Flüssigkeit aus dem Beutelinneren den Urin
blau färbt.
Drei bis zehn Monate darf der Fremdkörper im Magen bleiben.
Ein Gewichtsverlust zwischen fünf und 15 Kilogramm in einem halben
Jahr sei mit der Ballon-Methode zwar möglich, mit einer Kombination
aus Reduktionskost und mehr Bewegung erziele man aber weitaus
bessere Resultate, betont Clausen. Deshalb ist die Ballontherapie
in Fachkreisen umstritten. Kritisiert wird auch, dass die Methode
noch nicht genügend ausgereift ist: Der Magen scheint sich zu
schnell an den Ballon zu gewöhnen. Folge: Die Magenkapazität nimmt
trotz des Bremsballons wieder zu, und die Kilos purzeln also
langsamer.