29.07.2013 - 14:00 Uhr von Corinna Heyer und Achim Raschka

Verhütungsmittel im Vergleich

Die Auswahl an Verhütungsmittel ist heutzutage groß: Pille, Kondom.... oder vielleicht doch ganz anders?
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Die Auswahl an Verhütungsmittel ist heutzutage groß: Pille, Kondom.... oder vielleicht doch ganz anders?

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Die Auswahl an Verhütungsmittel ist riesig: Es gibt hormonelle Verhütung wie Pille, Hormonpflaster und Hormonstäbchen, Spirale, Intra-Uterin-Systeme, Diaphragma, Kondom, chemische Mittel, Sterilisation oder natürliche Familienplanung. Wir stellen Ihnen altbekannte und viele neue Methoden und ihre Zuverlässigkeit vor.

In unserer Bildershow zeigen wir die größten Verhütungs-Mythen!

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Prinzipiell ist Verhütung immer ein Kompromiss aus mehreren Faktoren wie Anspruch an die Sicherheit, Gesundheitsrisiko oder Annehmlichkeit der Anwendung. Es gibt keine allgemein "beste" Methode, jedes Paar muss seine individuelle Entscheidung treffen.

Den Faktor für die Verhütungssicherheit gibt der Pearl-Index an. Er beträgt für ein gutes Verhütungsmittel < 5, für ein sehr sicheres < 1. Der Pearl-Index besagt, wie viele Frauen schwanger werden, wenn 100 Frauen dieses Mittel ein Jahr zur Verhütung verwenden würden. Ohne jedes Verhütungsmittel beträgt der Index 70.

Wir stellen Ihnen verschiedene Methoden und ihre Zuverlässigkeit vor und möchten Ihnen dabei helfen, die optimale Verhütungsmethode zu finden.

Die Pille

Die Anti-Baby-Pille ist eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung.


Wie funktioniert die Pille?
Die Pille wirkt, indem sie den Eisprung verhindert. Man nennt sie deshalb auch "Ovulationshemmer". Ohne Eisprung (Ovulation) wird keine Eizelle aus dem Eierstock freigegeben. Es gibt kein befruchtungsfähiges Ei und somit auch keine Empfängnis. Diese Wirkung beruht auf den weiblichen Hormonen Östrogen und Gestagen in der Pille.


Zusätzlich hat die Pille zwei weitere Effekte, die einer Schwangerschaft entgegenwirken. Sie sorgt dafür, dass die monatliche Verflüssigung des Schleims im Gebärmutterhals ausbleibt - Samenfäden können gar nicht erst in die Gebärmutter eindringen. Außerdem kommt es durch die Pille zu Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut, die die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle erschweren. Die Pille sorgt somit für dreifache Sicherheit.

Wie sicher ist die Pille?
Die Pille kann man als fast 100 prozentig sicher bezeichnen (Pearl-Index 0,2). Die Zuverlässigkeit der Pille ist nur mit der Sterilisation und dem Intra-Uterin-System zu vergleichen. Bei der Sterilisation müssen Sie aber bedenken, dass dieser Eingriff im Gegensatz zur Pille und dem Intra-Uterin-System eine so gut wie endgültige Entscheidung ist.

Was kann die Sicherheit der Pille beeinträchtigen?
Wenn die Pille regelmäßig eingenommen wird, gibt es nur drei Erklärungen, dass trotzdem eine Schwangerschaft eintritt. Erbrechen oder starker Durchfall innerhalb der ersten 3 Stunden nach Einnahme der Pille. In beiden Fällen sollten Sie deshalb innerhalb von 12 Stunden nachträglich eine weitere Pille nehmen.

Welche ist die richtige Pille?
Es gibt eine große Auswahl verschiedener Pillenpräparate. Deshalb fragen sich viele Frauen, ob sie eigentlich die richtige Pille nehmen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den älteren hochdosierten Pillen und modernen niedrigdosierten Kombinationspräparaten (Mikropillen). Der Frauenarzt wird meist eine hormonarme niedrigdosierte Mikropille verschreiben, weil davon die geringsten Einflüsse auf Fettstoffwechsel, Gerinnungssystem, Blutdruck und Körpergewicht zu erwarten sind.

Welche Nebenwirkungen hat die Pille?
Durch die lange Erfahrung mit der Pille gibt es heute gesicherte Erkenntnisse darüber, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche harmlos bzw. ernst zu nehmen sind. Ganz allgemein kann man sagen, dass bei modernen niedrigdosierten Pillen die unerwünschten Begleiterscheinungen selten sind. Zu den Nebenwirkungen zählen geringfügige Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, leichte Erhöhung des Thromboserisikos und eine vorübergehende Gewichtszunahme. Solche Nebenwirkungen verlieren sich meist nach einigen Einnahmezyklen. Im Einzelfall kann die Frauenärztin/der Frauenarzt ein anderes Pillenpräparat verordnen.

Als günstige Nebenwirkungen sind zu nennen: Beseitigung von Zyklusstörungen, Besserung von Akne, Beseitigung von Blutarmut, Schutz vor Eierstock- und Brustzysten, weniger Infektionen der inneren Genitalien.

Weiß man, ob die Pille Krebs verursacht oder verhindert?
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft besteht kein generell erhöhtes Krebsrisiko. Dazu wurden seit vielen Jahren in aller Welt umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Auch das Brustkrebsrisiko bei Pillen-Anwenderinnen ist nicht höher als bei anderen Frauen. Dies haben mehrere Langzeitstudien gezeigt.

Jede Frau sollte aber ohnehin einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Dabei wird ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals entnommen. Mit Hilfe dieser einfachen und schmerzlosen Untersuchung lassen sich etwaige Erkrankungen sehr früh erkennen und behandeln.

Erhöht die Pille das Herzinfarktrisiko?
Ein Risikofaktor für Herz und Kreislauf ist das Rauchen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und erhöhtem Risiko für Herzinfarkt ließ sich in umfangreichen Studien nicht erkennen. Allerdings sollten Sie, wenn Sie über dreißig sind und die Pille nehmen, nicht rauchen. Wenn Sie auf das Rauchen nicht verzichten möchten, sollten Sie besonders bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren andere Verhütungsmethoden anwenden. Die Packungsbeilagen der Präparate enthalten einen entsprechenden Hinweis. Am besten besprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Frauenarzt, welche Verhütungsmethode noch in Frage kommt.

Kann die Pille unfruchtbar machen?
Heute weiß man, dass die Pille die Fruchtbarkeit nicht negativ beeinflusst. Eine große englische Statistik besagt, dass 3 Monate nach Absetzen der Pille 50 Prozent und nach 6 Monaten 80 Prozent der Frauen schwanger geworden sind. Ein längeres Aussetzen der Regelblutung ist nach Absetzen der Pille nicht häufiger als sonst auch.

Britische Forscher haben sogar kürzlich herausgefunden, dass Frauen nach längerer Einnahme der Pille nach dem Absetzen schneller schwanger werden als sonst. Die oralen Kontrazeptiva wirken also nicht schädlich auf die Fruchtbarkeit, berichtet BBC-Online.

Das Kondom

Kondome, auch Präservative genannt, sind die einzigen "mechanischen" Verhütungsmittel für den Mann. Sie geben ihm die Möglichkeit, einen eigenen Beitrag zur partnerschaftlich verantwortungsvollen Empfängnisverhütung zu leisten. Vorteilhaft ist auch die Schutzwirkung des Kondoms vor Geschlechtskrankheiten und vor AIDS.

Wie sicher ist das Kondom?
Das aus Latex bestehende Kondom wird vor dem Verkehr über das steife Glied gezogen und verhindert das Vordringen von Spermien in die Scheide. Es besitzt eine "mittlere Zuverlässigkeit" (Pearl -Index 3 bis 5). Die häufigste Ursache für eine Panne ist, dass der Mann sein Glied nach dem Höhepunkt zu lange in der Scheide lässt. Nach dem Erguss nimmt der Umfang des Penis rasch ab, und die Samenflüssigkeit kann in die Scheide gelangen. Der Mann sollte deshalb nach dem Erguss sein Glied sehr bald aus der Scheide ziehen, dabei das Kondom an dessen Ring festhalten und mit entfernen, damit es nicht in die Scheide rutschen kann.

Empfohlen wird das Kondom für Paare,

  • die nur recht selten sexuellen Kontakt haben und deshalb nicht immer einen Empfängnisschutz brauchen.
  • wenn eine Frau die Pille oder die Spirale nicht anwenden darf oder will.
  • Frauen, die natürlich verhüten und sich an den fruchtbaren Tagen zusätzlich schützen müssen

Stören Kondome das sexuelle Empfinden?

Kondome sind heute hauchdünn und werden so gut wie gar nicht gespürt. Die Scheide ist nicht so empfindlich, dass der Unterschied spürbar ist. Manche Frauen und Männer fühlen sich allerdings durch das Kondom in ihrer Spontaneität und ihrem Empfinden für Harmonie beeinträchtigt. Bei sehr sensiblen Männern kann die nötige Vorbereitung die Erektion stören. Unerfahrene Partner fühlen sich zudem oft unsicher, wenn sie im Umgang mit dem Kondom nicht geübt sind. Man sollte diese Dinge ganz offen ansprechen. Meist entkrampft sich dann die Situation, und alles klappt besser. Ein Vorteil: Kondome können bei vielen Männern den vorzeitigen Erguss verzögern.

Worauf muss man beim Kauf achten?
Achten Sie beim Kauf auf Qualität. Am besten nehmen Sie Marken-Kondome - damit haben Sie einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor. Denn Gummi altert und kann dann brüchig werden. Bei Marken-Artikeln enthält der Beipackzettel die Angaben "einzeln elektronisch geprüft" und "lagerfähig bis (Jahreszahl)". Solche Kondome wurden nach strengen Vorschriften geprüft und tragen ein "Gütezeichen".

Für Allergiker stehen inzwischen sogar latexfreie Kondome zur Verfügung. Vorsicht bei der gleichzeitigen Anwendung von chemischen Verhütungsmitteln und Kondomen! Die chemischen Substanzen können das Kondom porös und rissig machen. Vorsicht auch bei der Verwendung zusätzlicher Gleitmittel! Vaseline und fetthaltige Gleitmittel wie Babyöle, Körperlotionen oder Massageöl greifen das Kondom an und lassen es schnell reißen. Lesen Sie daher in jedem Fall vorher den Hinweiszettel in der Kondompackung.

Das Hormonpflaster
Was in den USA bereits ein Bestseller ist, bereichert seit August auch den deutschen Markt der Verhütungsmittel: das Hormonpflaster. Es sei genauso zuverlässig wie die Pille, aber schonender für die Organe und sicherer in der Anwendung, teilt der Arzneimittelhersteller Janssen-Cilag mit.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Frankreich ergab, dass jede fünfte, ungewollt schwanger gewordene Frau mittels Pille verhütete. Allerdings hatten diese Frauen ein- oder mehrmals vergessen, das Präparat einzunehmen!

On your body. Off your mind.
Der englische Slogan: "On your body. Off your mind " bringt den Vorteil des neuen Hormonpflasters auf den Punkt. Ist das Verhütungspflaster erst einmal auf den Körper geklebt, muss frau sich über Empfängnisschutz keine Gedanken mehr machen. Na ja, jedenfalls nur noch ein Mal wöchentlich. Denn nach einer Woche muss das Pflaster durch ein neues ersetzt werden. Es sind also drei Pflaster pro Zyklus erforderlich; in der letzten "pflasterfreien" Woche setzt die Monatsblutung ein.

Weitere Vorteile gegenüber der Pille
Beim Pflaster und auch beim so genannten NuvaRing werden ähnlich wie bei der Pille die Hormone Gestagen und Östrogen abgegeben - allerdings in geringerer Dosierung, da die Wirkstoffe nicht erst im Darm aufgenommen werden, sondern direkt durch die Haut dringen. Dadurch, so berichten die Hersteller Janssen-Cilag und Organon, gebe es keine "Hormonspitzen" einmal am Tag, sondern die Substanzen würden konstant absorbiert. Die Folge: eine bessere Verträglichkeit.

Auch Erbrechen oder Durchfall gefährden demnach den monatlichen Empfängnisschutz nicht mehr. Allerdings muss der Arzt vor der Verschreibung ebenfalls prüfen, ob die Frau ein erhöhtes Thromboserisiko hat.
Als Pearl-Index gibt der Hersteller 0,88 an. Der Empfängnisschutz ist damit annähernd so hoch wie bei der Pille. Ortho Evra, so der Handelsname des Pflasters, kann dieselben Nebenwirkungen wie die Pille haben und ebenso vor allem bei Raucherinnen das Thrombose-, Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöhen.

Das dünne 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Pflaster wird entweder auf Bauch, Oberkörper (außer Brustbereich), Po oder die Außenseite des Oberarms geklebt. Reizungen der Haut wurden bei rund 20 Prozent der Frauen beobachtet.

Kosten
Es kostet 15,50 Euro für eine Monatspackung und 41,50 Euro für drei Monate.

Für übergewichtige Frauen nicht geeignet
Ein Drittel der ungewollten Schwangerschaften entfielen auf übergewichtige Frauen mit über 90 Kilogramm Körpergewicht. Diesen Frauen wird die Verhütung mit dem Verhütungspflaster deshalb nicht empfohlen.

Ist es wassertauglich?
Baden und Duschen sollen laut Herstellerangaben das Hormonpflaster nicht ablösen. Die gute Haftung garantiert die so genannte Matrix-Technologie. Hormone und Kleber stecken in der gleichen Schicht und sind zu einem mikrofeinen Gitternetz verwoben.

Der Verhütungsring

Mit dem neuen, ebenfalls hormonell wirkenden Verhütungsring ist jetzt endlich ein Produkt auf dem Markt, das den Ansprüchen nach Flexibilität gerecht wird und mit deutlichen Vorteilen gegenüber der Pille überzeugt.

Wie funktioniert der Verhütungsring?
Die Handhabung des Vaginalrings ist denkbar einfach. Der flexible Ring, der aus silikon- und latexfreiem Kunststoff besteht, kann von der Frau selbst einmal im Monat in die Scheide eingeführt werden. Während der folgenden drei Wochen verbleibt der Verhütungsring in der Vagina und schützt durch kontinuierliche Hormonfreisetzung vor einer Schwangerschaft. Da die Hormone gleichmäßig über die Scheidenwand direkt in den Körper gelangen, sind weniger Hormone nötig. Dies bedeutet, dass Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Brustspannen und Übelkeit seltener auftreten als bei der Pille.

Nach drei Wochen kann der Ring leicht entfernt werden: Einfach den Zeigefinger in den Ring einhaken und den Ring herausziehen. Danach folgt ein einwöchiges Intervall ohne Ring, in dem es zur Regelblutung kommt. Auch während dieser Zeit ist der Empfängnisschutz gegeben. Nach der ringfreien Woche wird ein neuer Ring für weitere drei Wochen eingelegt.

Wie sicher ist der Vaginalring?
Mit einem Pearl-Index von 0,65 bietet er eine hohe, der Pille vergleichbare Sicherheit. Die Hormone der Pille müssen erst den Magen-Darm-Trakt passieren, um im Körper ihre Wirkung entfalten zu können. Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden können die Wirksamkeit der Pille also deutlich herabsetzen. Beim Vaginalring ist das nicht der Fall, da die Hormone direkt über die Scheide aufgenommen werden.

Viele Frauen vergessen die Pilleneinnahme
Außerdem erfolgt die Anwendung nur einmal im Monat, es entfällt das tägliche "An-die-Pille-Denken-müssen". Ein wichtiger Punkt, denn eine neue Studie belegt, dass zwei Drittel der Frauen die Pille regelmäßig vergessen, jede zweite davon sogar mindestens einmal im Monat. Kein Wunder also, dass jede dritte Schwangerschaft nicht geplant ist.

Wie effektiv die Verhütung mit dem Ring ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie, bei der mehr als 1.100 Frauen den NuvaRing für ein Jahr erprobten. Nur sechs der Frauen wurden während der Studie schwanger, ein Ergebnis, welches dem moderner Mikropillen entspricht. Beinah 90 Prozent der Frauen und auch drei Viertel der Partner gaben an, dass sie den Ring beim Geschlechtsverkehr nicht oder nur sehr selten gespürt haben. Gestört hat er nur einen Bruchteil der Probandinnen. Auch die Handhabung des Ringes wurde als problemlos dargestellt.

Die Spirale

Die Spirale erhielt ihren Namen, weil die ersten Intrauterinpessare die Form einer Spirale hatten. Die heute verwendeten Spiralen sind dagegen drei bis vier Zentimeter lang, bestehen meist aus einem kleinen t-förmigen Plastikkörper und sind am Schaft mit Kupferdraht umwickelt.

Wie wirkt die Spirale?
Die Wirkungsweise von Spiralen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Man geht aber im Wesentlichen von folgenden Mechanismen aus: Kommt es zur Befruchtung, wird das Einnisten des Eies beeinträchtigt. Außerdem setzt das Kupfer die Beweglichkeit der Samenfäden herab. Dadurch kommt es möglicherweise gar nicht zu einer Befruchtung der Eizelle. Diese Vorgänge bilden sich nach dem Entfernen einer Spirale rasch zurück, so dass eine Schwangerschaft eintreten kann.

Wie sicher ist die Spirale?
Die Sicherheit der kupferhaltigen Spiralen ist gut. Bei 100 Frauen, die mit einer solchen Spirale verhüten, treten innerhalb von einem Jahr etwa 1-3 Schwangerschaften auf (Pearl-Index 1 bis 3). Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften nimmt mit der Dauer der Anwendung und dem Alter der Anwenderin ab.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Nach dem Einlegen können Sie vorübergehend Beschwerden ähnlich wie bei der Menstruation haben. Der Grund: Die Muskulatur der Gebärmutter zieht sich zusammen und versucht, den "Fremdkörper" auszustoßen - was nur selten vorkommt. Diese Schmerzen vergehen im allgemeinen nach wenigen Stunden.

Leichte Schmierblutungen nach dem Einlegen hören meistens nach wenigen Tagen auf. Wenn nicht, sollten Sie zur Kontrolluntersuchung gehen. Negativ: Entzündungen im Bereich der Eileiter und Eierstöcke werden bei Frauen, die eine Spirale tragen, häufiger beobachtet. Durch solche Komplikationen kann später eine Schwangerschaft erschwert oder sogar unmöglich werden. Verantwortlich für die Entzündungen ist allerdings nicht die Spirale an sich, sondern eine aufsteigende Infektion. Ist man u. a. durch den Geschlechtsverkehr in Kontakt mit Krankheitserregern gekommen, können diese entlang des Rückholfadens leichter aufsteigen. Dies ist ein Unterschied zum Intra-Uterin-System, bei dem der Schleimpfropf im Muttermund eine mechanische Barriere darstellt.

Die Regelblutungen sind meistens länger und kräftiger. Bei 10 Prozent aller Anwenderinnen muss die Spirale wegen starker Blutungen oder starker Schmerzen während der Periode wieder entfernt werden. Verletzungen der Gebärmutter beim Einsetzen der Spirale kommen vor - allerdings bei 1.000 Fällen nur einmal. Werden Frauen trotz Spirale schwanger, sind Bauchhöhlenschwangerschaften häufiger als sonst.

Fazit: Die Spirale als Verhütung ist wegen der erwähnten Nebenwirkungen wie Entzündungen bis hin zur Unfruchtbarkeit nicht unproblematisch und sollte nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle angewandt werden.

Das Intra-Uterin-System (IUS)

Das Intra-Uterin-System (IUS) wird genau wie die Spirale in die Gebärmutter eingesetzt und verhütet bis zu fünf Jahre. Es vereint die Vorteile von Pille und Spirale und besteht aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper, an dem - im Gegensatz zur herkömmlichen Spirale - ein Hormondepot angebracht ist.

Das weiche flexible Kunststoffmaterial und die T-Form ermöglichen die sichere Position in der Gebärmutterhöhle. Sie spüren das IUS dort nicht. Ohne dass Sie daran denken müssen, gibt das IUS täglich geringe Mengen Gestagen in die Gebärmutterhöhle ab.

Das IUS ist eine der sichersten Methoden der Schwangerschaftsverhütung und ist als Langzeitverhütung gedacht. Von 1000 Frauen, die das IUS über 1 Jahr anwenden, werden nur 2 Frauen schwanger (Pearl-Index 0,2). Das zeigen umfangreiche Studien und langjährige Erfahrungen aus Skandinavien. Damit ist das IUS so zuverlässig wie die Sterilisation. Ein weiterer Vorteil: Schon unmittelbar nach dem Einlegen des IUS, das während der Menstruation erfolgt, haben Sie sicheren Empfängnisschutz.

Wie wirkt das IUS?
Das IUS wirkt, indem es gleichmäßig geringe Mengen eines Gestagens in die Gebärmutterhöhle abgibt. Die tägliche Dosis ist so gering, dass die Funktion der Eierstöcke kaum beeinflusst wird. Der empfängnisverhütende Schutz beruht nur auf den lokalen Wirkungen des Gestagens: Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich. Die Samenfäden können nur noch sehr schwer in die Gebärmutterhöhle vordringen. Samenfäden, die dennoch durchkommen, werden in ihrer Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit gehemmt.

Der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird stark vermindert. Eine Eizelle, die ausnahmsweise befruchtet würde, könnte sich gar nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Diese lokalen Veränderungen dauern nur an, solange Sie das IUS tragen. Wird Ihr IUS entfernt, normalisieren sich alle Vorgänge innerhalb kurzer Zeit, und es ist schon im 1. Folgezyklus möglich, schwanger zu werden.

Wie wird das IUS eingelegt?
Nur ein Frauenarzt kann ein IUS einlegen. Zunächst werden Sie gynäkologisch untersucht. Wenn keine medizinischen Gründe gegen das IUS sprechen, führt Ihr Frauenarzt das IUS mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle ein. Beim Herausziehen des Röhrchens entfalten sich die Ärmchen des IUS und geben ihm so sicheren Halt in der Gebärmutter. Zum Schluss kürzt der Frauenarzt die Rückholfäden auf die passende Länge.

Wann wird das IUS eingelegt?
Das IUS wird während Ihrer Monatsblutung eingelegt. Dann ist der Gebärmutterhals am weitesten, was das Einlegen erleichtert. Nach einer Geburt muss zuerst die Rückbildung der Gebärmutter abgewartet werden - also circa 6 - 8 Wochen.

Was verändert sich an Ihrer Monatsblutung?
Ihre Monatsblutung wird mit dem IUS nach und nach immer kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Denn im Laufe der Anwendung des IUS baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur noch schwach auf. Da dieser Anpassungsprozess etwas Zeit braucht, treten in den ersten 3 - 6 Monaten der Anwendung häufig Schmierblutungen auf. Nach einjähriger Anwendung tritt im Schnitt nur noch an einem Tag pro Monat eine schwache Blutung auf. Bei ca. jeder 4. - 5. Frau, die das IUS hat, kann die Blutung auch ganz ausbleiben, was medizinisch vollkommen unbedenklich ist.

Welche Begleiterscheinungen können auftreten?
Begleiterscheinungen, wie Kopfschmerzen und Brustspannen, treten meist in der Anpassungsphase der ersten 3-4 Monate auf und sind oft nur vorübergehend. Da das Gestagen des IUS direkt in die Gebärmutterhöhle abgegeben wird, ist die täglich erforderliche Hormonmenge sehr klein. Die im Blut messbaren Hormonkonzentrationen sind etwa 20 bis 100mal geringer als bei der Pille. Das IUS ist daher sehr gut verträglich.

Das Diaphragma

Das Diaphragma besteht aus einer dünnen Gummimembran, die kuppelartig über eine elastische Spirale oder Flachfeder gespannt ist. Diese ringförmige Feder hat meist einen Durchmesser von sieben bis acht Zentimetern. Bei korrekter Lage sitzt das Diaphragma vor dem Gebärmuttereingang und verhindert so als Barriere das Eindringen der Spermien.

Entscheidend ist, dass das Scheidenpessar vom Frauenarzt zum korrekten Sitz genau angepasst wird. Nach der Erfahrung vieler Frauen erfolgt die Anpassung und Beratung am besten in Frauen-Gesundheitszentren, bei ProFamilia oder ähnlichen Einrichtungen.

Um die Sicherheit zu erhöhen, sollte vor dem Liebesspiel die Innenseite mit einem Sperma abtötenden Verhütungsmittel (Creme oder Gel) bestrichen werden. Dann wird das Pessar zusammengedrückt, in die Scheide eingeführt und vor dem Gebärmuttermund platziert. Dort muss es mindestens acht Stunden nach dem Verkehr liegen bleiben, bevor es entfernt werden darf.

Nach einer Geburt oder nach einer Scheidenoperation sollte die Größe des Diaphragmas kontrolliert werden. Bei richtiger Pflege hält das Diaphragma mindestens zwei Jahre.

Sicherheit: Der Pearl-Index beträgt 12 bis 20. Die Sicherheit kann durch Anwendung von spermiziden Cremes oder Gels auf 4 bis 10 erhöht werden. Insgesamt hängt die Sicherheit sehr stark von der richtigen Anwendung und der korrekten Passgenauigkeit ab.

Chemische Verhütungsmittel

Das Einbringen von Substanzen zur Empfängnisverhütung praktizierte man schon zu Urzeiten. Heute sind moderne chemische Verhütungsmittel in vielen Formen gebräuchlich. Zu den meistgenutzten zählen Tabletten, Schaumtabletten, Ovula, Schaum-Ovula, Zäpfchen und Cremes. Chemische Verhütungsmittel wirken auf zweifache Weise. Ein zäher Schleim oder Schaum verschließt den Muttermund und die chemisch aktiven Substanzen töten in kurzer Zeit die Samenfäden ab.

Wie sicher sind chemische Verhütungsmittel?
Als alleiniges Verhütungsmittel sind sie nicht geeignet, da nur mit einer mittleren Sicherheit zu rechnen ist. Eine fehlerhafte Verwendung vermindert die Sicherheit noch weiter (Pearl Index neun bis 25). Durch die Kombination chemischer Verhütungsmittel, zum Beispiel mit einem Diaphragma, lässt sich die Sicherheit deutlich erhöhen.

Vorsicht aber bei der gleichzeitigen Anwendung von chemischen Verhütungsmitteln und Kondomen. Die chemischen Substanzen können das Kondom porös und rissig machen. Lesen Sie daher in jedem Fall vorher den Hinweiszettel in der Kondompackung durch.

Wie werden chemische Verhütungsmittel angewendet?
Spontansex ist nicht möglich - etwas Wartezeit müssen Sie einkalkulieren. Denn bis auf die Cremes benötigen chemische Verhütungsmittel einige Minuten, um sich aufzulösen. Vorher sind sie unwirksam. Das heißt, sie müssen mindestens 10 Minuten vor dem sexuellen Kontakt in die Scheide eingeführt werden.

Gibt es Nebenwirkungen?
Die Substanzen sind zum Teil recht umstritten, riechen und schmecken unangenehm und verursachen an den empfindlichen Schleimhäuten oft unangenehme Empfindungen wie Wärme, Brennen oder Jucken. Chemische Verhütungsmittel haben übrigens keinen negativen Einfluss auf eine eventuell eintretende Schwangerschaft.

Fazit: Angesicht der oft unangenehmen Nebenwirkungen und der großen Unsicherheit sind chemische Verhütungsmittel nicht zu empfehlen.

Temperaturmethode, Kalendermethode & Co.

Ein regelmäßiger Zyklus ist für diese Methode von großer Bedeutung. Frauen sind innerhalb eines Zyklus nur an wenigen Tagen fruchtbar, die restliche Zeit können sie logischerweise nicht schwanger werden. Durch verschiedene Methoden (Messung der Körpertemperatur, Führung eines Zykluskalenders, Beobachtung des Gebärmutterhalssekrets) wird versucht, den Zeitpunkt des Eisprungs zu erfassen.

Die Kalender-Methode nach Knaus-Ogino
Durch Beobachtung und Aufzeichnung in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr berechnen die Frauen ihren voraussichtlichen Eisprung. Sie führen einen Menstruationskalender, in dem die Zyklustage aufgezeichnet werden. Bei einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen wird angenommen, dass zwischen dem 9. und 17. Tag nach dem ersten Tag einer Monatsblutung mit einer Empfängnis zu rechnen ist. Der Geschlechtsverkehr sollte sich also auf die außerhalb dieser Zeit liegenden Tage beschränken. Die Methode ist sehr unsicher: Der Pearl-Index liegt bei 14 bis 35.

Fazit: Die Knaus-Ogino-Methode erfordert sehr umständliche Berechnungen und lange sexuelle Enthaltsamkeit. Wegen der sehr hohen Versagerquote kann die Knaus-Ogino-Methode nicht empfohlen werden.

Die Temperaturmethode
Beruht auf der Erkenntnis, dass beim Eisprung die morgendliche Körpertemperatur abfällt und anschließend ansteigt. Nach drei Tagen mit erhöhter Basaltemperatur wird eine Unfruchtbarkeit angenommen. Die sicher unfruchtbaren Tage erstrecken sich demnach vom 3. Tag der erhöhten Temperatur bis zum 5. Tag nach Beginn der nächsten Regelblutung.

Dieses Verfahren gilt als relativ sicher. Der Pearl-Index liegt bei 1 bis 10.

Schleimstruktur-Methode nach Billings
Die Billings-Methode ist besonders bei jungen Leuten populär. Sie wurde von dem australischen Frauenarzt Billings entwickelt und gehört ebenfalls zu den Zeitwahlmethoden. Zugrunde liegt die Veränderung des Zervixschleims in bestimmten Zyklusabschnitten. Denn drei bis vier Tage vor dem Eisprung verflüssigt sich der Zervixschleim, damit die Samenfäden in die Gebärmutter eindringen können. Vielleicht haben Sie diese Veränderung selbst schon einmal bemerkt. Nach Billings ist sexuelle Enthaltsamkeit nur an den Tagen erforderlich, an denen Sie diesen fadenziehenden Schleim beobachten.

Auf mühsame Berechnungen können Sie verzichten. Schwankungen des Zyklus können ebenfalls unberücksichtigt bleiben. Außerdem ist die Billings-Methode wie alle Zeitwahlmethoden völlig frei von Nebenwirkungen. Vor der Anwendung müssen Sie jedoch eine mehrmonatige Zeit gründlicher Beobachtung einhalten.

Wie sicher ist die Billings-Methode?
Insgesamt ist die Methode allein angewendet als unzuverlässig einzustufen, wie aus Untersuchungen hervorgeht. Der Pearl-Index liegt bei 5 bis 15. Sie ist aber eine gute Ergänzung zu anderen Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung wie zum Beispiel der Temperatur-Methode .

"Coitus interruptus"

Eine der ältesten und unsichersten Verhütungsmethoden.

"Coitus interruptus" bedeutet, dass der Mann kurz vor seinem Höhepunkt den Geschlechtsverkehr unterbricht. Der Penis muss dabei so rechtzeitig aus der Scheide gezogen werden, dass der Samenerguss außerhalb stattfindet. Es handelt sich um eine der ältesten und unsichersten Verhütungsmethoden - sie wird schon im Alten Testament erwähnt. Die hohe Versagerquote von 25 Prozent erklärt sich daraus, dass bereits vor dem Höhepunkt Samenfäden aus dem Penis austreten (der so genannte "Lusttropfen") und zu einer Befruchtung führen können.

Nachteil: "Aufpassen" ist für viele Paare seelisch sehr belastend. Nicht umsonst heißt diese Methode im Volksmund auch "Rückzieher". Die meisten Männer sind nicht in der Lage, ihren Höhepunkt beliebig hinauszuzögern. Das heißt, eine Frau erlebt seltener einen Orgasmus. Auch für den Mann kann sich kaum ein inniges Erlebnis einstellen. Anstatt entspannt zu sein, müssen beide aufpassen: der Mann, dass er sich im richtigen Augenblick zurückzieht, die Frau, dass ihm dies auch gelingt. Viele Frauen fühlen sich außerdem durch diesen Rückzug, der ja auch ein seelischer sein kann, allein gelassen.

Fazit: Auf keinen Fall zu empfehlen!

Sterilisation

Immer mehr Paare, die sich keine Kinder mehr wünschen, entscheiden sich für die Sterilisation. Die operative Unfruchtbarmachung ist aber eine endgültige Lösung. Sie verlangt daher von beiden Partnern eine wirklich gut überlegte Entscheidung.

Wie wird die Sterilisation bei der Frau durchgeführt?
Es gibt verschiedene Methoden der Sterilisation der Frau. Unter Narkose werden beide Eileiter durch elektrischen Strom verschlossen. Durch dieses Koagulieren werden die Eileiter unwegsam gemacht. So können Eizellen nicht mehr mit männlichen Samenzellen verschmelzen. Eine Empfängnis ist ab dem Zeitpunkt des Eingriffs unwiderruflich ausgeschlossen. Heute wird der Eingriff vorwiegend mit Hilfe einer Bauchspiegelung vorgenommen. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie nur kurze Zeit dauert und kaum sichtbare Narben hinterlässt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur einen oder wenige Tage.

Hat die Sterilisation bei der Frau Risiken und Nebenwirkungen?
Die Sterilisation hat nur ein geringes Risiko für die Frau. Mit der früheren Bauchschnitt-Methode kam es bei 1000 Operationen zu einem tödlichen Zwischenfall. Durch die laparoskopische Sterilisation (Bauchspiegelung) hat sich das Risiko beim Eingriff stark verringert. Nur gelegentlich gibt es Nebenwirkungen. Bei sorgfältiger Durchführung einer Sterilisation bleibt die Funktion der Eierstöcke und die Produktion von Hormonen vollständig erhalten. Viele Frauen fürchten, vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen - aber dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Bei einigen Frauen kommt es allerdings nach einer Sterilisation zu Blutungsstörungen.

Der Eingriff hat keine Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen oder die sexuelle Erlebnisfähigkeit. Auch die Körperformen werden nicht beeinflusst. Wie bei allen operativen Eingriffen in der Umgebung der Eierstöcke können gelegentlich Störungen in deren Durchblutung auftreten. Die Sterilisation sollte - wie jede Operation - deshalb gut überlegt werden.

Wer führt die Sterilisation bei der Frau durch?
Sie sollten zuerst mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt sprechen, wenn Sie eine Sterilisation wünschen. Sie/er wird auch ein Beratungsgespräch mit dem Partner vorschlagen und Sie dann an eine geeignete Klinik überweisen.

Wie wird die Sterilisation beim Mann durchgeführt?
Beim Mann war die Sterilisation schon immer einfacher als bei der Frau. Die Sterilisation des Mannes wird nach vorangegangenem Gespräch von einem Urologen durchgeführt. Dabei werden die Samenleiter unter örtlicher Betäubung unterbrochen. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht oder nur kurze Zeit erforderlich. Auch nach der Sterilisation hat der Mann einen Samenerguss. Das Sekret besteht aus Prostataflüssigkeit, enthält aber keine Samenfäden mehr. Unbedingt beachten muss man, dass der Mann erst zwei bis drei Monate nach dem Eingriff sicher unfruchtbar ist. In dieser Zeit ist eine zusätzliche Verhütung notwendig.

Wie wird eine Sterilisation seelisch verkraftet?
Eine Frau verkraftet die Sterilisation seelisch ebenso gut oder schlecht wie ein Mann. Um sie gut zu verarbeiten, müssen Sie erfahrungsgemäß folgende persönliche Voraussetzungen mitbringen:

  • Ihre Entscheidung sollte frei, das heißt ohne Druck durch Dritte und immer in Übereinstimmung mit dem Partner, gefällt werden.
  • Ihr Wunsch nach Kindern sollte wirklich abgeschlossen sein und auch in einer eventuell neuen Partnerschaft nicht wieder aufkeimen können.
  • Allgemein hat sich gezeigt, dass eine Sterilisation besser verarbeitet wird, wenn sich auch die Partner von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt beraten lassen, zu dem sie beide Vertrauen haben. Wirklich alle Fragen, die in diesem Zusammenhang auftreten, sollte man mit ihr/ihm offen besprechen können.

Gibt es eine gesetzliche Regelung für die Sterilisation?

Die Sterilisation ist nicht gesetzlich geregelt. Trotzdem nehmen viele Frauenkliniken in folgenden Fällen keine Sterilisation vor:

  • Bei Frauen unter 30, auch wenn schon Kinder da sind.
  • Bei kinderlosen Frauen unter 35.
  • Liegen medizinische Gründe vor, die gegen eine Schwangerschaft sprechen, wird eine Sterilisation natürlich auch bei jüngeren Frauen durchgeführt.

Verhütungsmittel für den Mann

Verhütungsmittel für den Mann? Da fällt einem außer Kondom, Vasektomie und Coitus interruptus nichts weiteres ein. Insgesamt also eine ziemlich magere Auswahl. Da das Wissenschaftler weltweit genauso sehen, wird Verhütungsmittel für den Mann?

Erstmalig liegen positive Nachrichten für ein Verhütungsmittel vor, das für Männer entwickelt wurde - eine Kombination aus Spritze und Implantat.

Die Nachricht aus Australien ist lange überfällig. Dort ist es nun endlich gelungen, ein Verhütungsmittel für Männer zu entwickeln, das wirksam ist und dabei nicht die Zeugungsfähigkeit dauerhaft einschränkt. Ihre Ergebnisse stellte die Forschergruppe um David Handelsman vom ANZAC-Forschungsinstitut in Sydney jetzt in der Online-Ausgabe des New Scientist vor.

Hormone gegen die Spermienbildung als Spritze
Ähnlich wie bei der Pille für Frauen basiert auch das Konzept aus Sydney auf einer Kombination von Geschlechtshormonen. In dreimonatigem Abstand wird dem Mann eine Spritze verabreicht, die eine künstliche Form des Progesterons beinhaltet. Dieses weibliche Geschlechtshormon greift in den komplizierten Hormonhaushalt des Mannes derart ein, dass die Hirnanhangdrüse die Produktion zweier Hormone reduziert, die für die Spermienbildung verantwortlich sind: das Luteinisierende Hormon (LH) und das Follikelstimulierende Hormon (FSH). Fehlen sie, so setzt die Spermienbildung aus.

Zusätzlich Testosteron als Implantat
Allerdings hat die Reduktion des LH-Spiegels einen negativen Nebeneffekt. Das Hormon ist nämlich außerdem für die Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron verantwortlich. Und dieses ist notwendig für die Libido sowie für die Ausbildung männlicher sekundärer Geschlechtsmerkmale, die sich ohne das Hormon nicht bilden würden. Um dies trotzdem zu gewährleisten, wird dem Körper durch ein Hormonimplantat künstlich Testosteron zugeführt. Dieses Implantat wird alle vier Monate ausgetauscht.


Getestet wurde diese Hormonkombination an 55 Paaren in Australien; die Männer erhielten die Behandlung ein Jahr lang.

Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Keine der Frauen wurde schwanger und negative Nebenwirkungen traten nicht auf. Einige Männer berichteten sogar von einem Anstieg der Libido.

Nach Beendigung der Hormonbehandlung pendelte sich die Spermienproduktion innerhalb weniger Monate wieder auf den Normalwert ein, die Männer wurden also wieder zeugungsfähig.

Schnelles Wiedererlangen der Zeugungsfähigkeit ist Novum
"Dies sei eine Premiere", freut sich der Forscher Handelsmann, "weil Paare erstmals eine reversible Verhütungsmethode für Männer gestestet haben, welche die Spermienproduktion verlässlich unterbindet." Das Ziel für die Zukunft sei nur noch eine einzelne Spritze alle drei bis vier Monate, die Testosteron und Progestin enthalte.

Die Entwickler der neuen Verhütungsmethode hoffen darauf, dass die pharmazeutische Industrie in den nächsten Jahren in der Lage sein wird, die Behandlung zu vereinfachen. Das aktuelle Problem ist vor allem die Tatsache, dass sich Testosteron nicht in Pillen pressen lässt und somit nur über eine Injektion oder eben über das Implantat in den Körper gebracht werden kann. Doch offensichtlich ist dies eine der letzten Hürden auf dem Weg zur "Pille für den Mann".

Gute Nachrichten über erste Ergebnisse zur hormonellen Verhütung für Männer gab's vor einem Jahr durch australische Mediziner. Und US-Forscher haben jetzt durch einen anderen, neuen Ansatz für Aufmerksamkeit gesorgt: Ihnen gelang durch Impfung von Rhesusaffen mit einem körpereigenen Spermienstoff die vorübergehende Unfruchtbarkeit.

Wie funktioniert diese "Immun-Verhütung"?
Das Verfahren basiert auf einem von den Hoden produzierten Eiweißstoff – Eppin. Die Forscher spritzten neun männlichen Rhesusaffen diese Eppin-Lösung. Bei sieben von neun Tieren entwickelte sich daraufhin eine so starke Abwehrreaktion des Immunsystems, dass sie unfruchtbar wurden. Die Forscher setzten diese Rhesusmännchen mit fruchtbaren Weibchen zusammen. Zur Begeisterung der Wissenschaftler stellte sich bei diesen kein Nachwuchs ein, während nicht immunisierte Kontrolltiere unter den gleichen Bedingungen Nachwuchs zeugten.

Bedenklich: Fast ein Drittel blieb auf Dauer unfruchtbar
Nachdem die Immuntherapie abgesetzt wurde, kehrte sich dieser Effekt bei fünf Affen wieder um. Die Tiere konnten erneut Nachwuchs zeugen. Zwei Rhesusaffen – und damit 29 Prozent – blieben allerdings auf Dauer unfruchtbar.

Dennoch ist die Gruppe um Michael O'Rand von der University of North Carolina zuversichtlich. Die "Immun-Verhütung" sei eine Alternative zur bislang schwerpunktmäßig verfolgten Hormontherapie, die mitunter erhebliche Nebenwirkungen haben kann. "Wir konnten zeigen, dass eine effiziente und umkehrbare Immun-Verhütung bei Primaten ein erreichbares Ziel ist", schreibt O'Rand in "Science". Da das Prinzip theoretisch auch bei Menschen funktionieren müsste, sollen nun weitere Tests die Einsatzmöglichkeit beim Mann klären.

Angesichts einer relativ hohen Fehlerrate – so funktionierte die Methode bei zwei von neun Affen gar nicht – und einer bleibenden Unfruchtbarkeit bei zwei Versuchstieren müssen das sicherlich noch ziemlich viele Tests ein.

Quelle: freenet.de
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