Damit der Winterlauf nicht zur Zitterpartie wird: 7 Tipps, wie Sie Risiken beim Laufen in der Kälte umgehen.
Aufwärmen
Kaltstart vermeiden! Wer sofort die Beine in die Hand nimmt,
der riskiert Zerrungen und Muskelverhärtungen. "Dehnen im Warmen
macht die Muskeln und Sehnen zwar geschmeidiger. Um sich auf
Minusgrade einzustimmen, wärmen Sie sich jedoch besser draußen
auf", empfiehlt Professor Jürgen Metz
vom Sportärztebund Baden. Im Vergleich zum Sommer sollten
Sie das Warm-up verlängern – die Muskulatur braucht mehr Zeit, um
auf Betriebstemperatur zu kommen.
Aufpassen
Der Untergrund birgt Tücken. "Auch unter dem Laub eines
Waldbodens verstecken sich oft Eisflächen. Umknicken, Bänderrisse
oder gar Brüche können die Folgen sein", sagt Metz. Laufen Sie auf
ebenen Böden und planierten Wegen. Durch Schnee zu joggen bringt
Spaß und trainiert die Fuß- und Wadenmuskulatur zusätzlich. Gegen
Matsch und Nässe schützen Sie sich durch wasserdichte Schuhe mit
rutschfestem Profil. Ist der Boden dagegen gefroren und glatt,
sollten Sie pausieren.
Anziehen
Wenden Sie beim Ankleiden das Zwiebel-Prinzip an, das heißt:
Sie tragen mehrere dünne Schichten übereinander. Wenn Sie
rausgehen, sollten Sie eher leicht frösteln als schwitzen – dadurch
senken Sie das Erkältungsrisiko. Funktionskleidung aus Mikrofaser
weist Wind und Nässe ab und transportiert den Schweiß nach außen,
so dass die Haut nicht zu sehr auskühlt. Übrigens: Ein Großteil der
Körperwärme wird über den Kopf abgegeben. Sie sollten also
unbedingt ein Stirnband oder eine Mütze tragen.
Austrinken
Ein Sportler verspürt gerade bei Kälte kaum Durst. "Im
Winter braucht der Körper allerdings genauso viel Wasser wie im
Sommer", sagt Sportmediziner Metz. Der Richtwert: Trinken Sie alle
20 Minuten 200 Milliliter, am besten Wasser.
Auffallen
Tragen Sie Kleidung mit Leuchtstreifen, die Autofahrer bei
Dunkelheit leicht und schnell erkennen können. Wichtig, wenn Sie im
Dunkeln trainieren: Bleiben Sie auf befestigten Straßen oder setzen
Sie eine Stirnlampe auf.
Ausatmen
Bronchien, Stirn- und Nebenhöhlen droht Gefahr durch die
kalte Zugluft. Langsames Luftholen entlastet die Bronchien. Wenn es
richtig eisig wird, atmen Sie am besten nicht mehr durch den Mund.
Grund: Der Weg durch die Nase wärmt und befeuchtet die Luft, bevor
sie in die Lunge gelangt. Im Allgemeinen stärkt Laufen Ihr
Immunsystem, da sich dann vermehrt Antikörper bilden; zu intensive
Laufeinheiten können den Körper jedoch schwächen.
Anwärmen
Eines der Hauptprobleme beim Laufen im Winter ist die
Achillessehne. "Die Belastbarkeit dieser Sehne hängt von der
Konsistenz der sie umgebenden Gewebsflüssigkeit ab", so Metz.
Problem: Kälte macht diese zäher, das führt zu mehr Reibung und
erhöht das Verletzungsrisiko. Der Experte: "Besonders bei einer
Vorschädigung kann es Probleme geben." Tragen Sie
Winter-Laufsocken, die Ihre Sehnen vollständig bedecken – dann
haben Sie auch bei Kälte stets einen guten Lauf.