Der Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten Liebhaber ist seine Kompetenz als Küsser
Wenn Sie das nächste Mal einer Frau diesen Wunsch erfüllen, wird sie ein erotisches Wunder erleben. Diese 11 Küsse sollten Sie beherrschen.
1. Halskuss
Wussten Sie, dass mehr als 90 Prozent der Frauen ihren Hals
als erogene Zone beschreiben? Weil die Haut dort so zart ist. Und
weil die Frau dem Mann beim Halskuss die Kehle bietet, sich ihm
damit also unterwirft. Der Halskuss ist sozusagen die simpelste
Variante im Portfolio der Machtspiele der Lust. Nutzen Sie diese
Bereitschaft: Man kann eine Frau auch beim Küssen „nehmen“. Biegen
Sie ihren Hals liebevoll nach hinten. Lassen Sie Ihre Lippen
geöffnet, während Sie mit ihnen über die Haut Ihrer Partnerin
gleiten, damit sie Ihren Atem spürt. Das nennt sich federküssen,
und es wirkt enorm: Halsküsse sind wahre Sex-Beschleuniger.
2. Stirnkuss
Das sanfte Berühren der Stirn mit den Lippen – woran erinnert
Sie das? Bestimmt nicht an das Vorspiel in einer heißen Nacht, eher
an die Küsse Ihres Großvaters, vor dem Zu-Bett-Gehen. Das ist viel
zu väterlich für das spannungsgeladene Verhältnis zwischen den
Geschlechtern? Keineswegs! Der Stirnkuss sieht auf den ersten Blick
zwar mehr nach „Dornenvögel“ aus als nach „Basic Instinct“. Aber
unter Kuss-Wissenschaftlern fällt er in die Kategorie Achtungskuss
und hat eine enorme symbolische Kraft. Die Sexualität der Frauen
ist unlösbar mit den vergleichsweise altmodischen Tugenden Respekt
und Achtung verbunden. Für Frauen beginnt der Sex im Kopf, und der
will sich umsorgt fühlen. Wenn Sie also beim Stirnkuss noch das
Gesicht der Partnerin in beide Hände nehmen, die Augen schließen
und den Kuss begehen wie einen meditativen Akt, dann signalisiert
das: Dieser Mann liebt mich, wie ich bin, er ist mein Beschützer.
Er kocht mir einen Kamillentee, wenn ich krank bin, und er ist der
Einzige, der meinen Körper besitzen darf. Diese Signalemachen aus
der zurückhaltendsten Frau einen Vulkan im Bett. Natürlich nicht
sofort, aber wenn’s beim nächsten Mal darauf ankommt. Geben Sie
Stirnküsse, so oft es geht. Vor allem, wenn der Alltag nach einem
zärtlichen Innehalten verlangt.
3. Busenkuss
Er trifft direkt ins Herz der weiblichen Existenz. Und in
Ihres. Denn nach Freud finden Männer das Küssen des Busens so
schön, weil es Sie an Mama erinnert. Unbewusst – Gott sei Dank! Die
Frauen selbst sind es, die manchmal mit dem Küssen des Busens
Probleme haben. Weil sie ihren Busen zu klein finden oder zu groß.
Und sich deshalb wünschen, er stünde nicht so sehr im Zentrum der
männlichen Aufmerksamkeit. Darüber müssen Sie die Frauen
hinwegbringen. Durch Komplimente, den Ausdruck von Verzückung,
ehrliche Begeisterung. Das geht zum einen verbal, zum anderen durch
den Busenkuss. Küssen Sie die Brüste und die Nippel leicht mit dem
Mund, knabbern sie sachte daran oder fahren Sie hauchzart in
kreisenden Bewegungen mit der Zunge drüber. Viel hilft viel ist
hier übrigens die falsche Maxime. Richtig heftig knutschen oder
kräftig an den Brustwarzen saugen sollten Sie erst, wenn Ihre
Geliebte sich bereits vor Wonne windet – dann sinkt nämlich ihre
Empfindlichkeitsschwelle.
4. Bauchkuss
Der Kuss rund um den Bauchnabel wird unterschätzt. Er
stimuliert zwar nicht irgendeine Region, die bislang von der
Wissenschaft vernachlässigt wurde, aber er hat einen enormen
Einfluss auf die Fantasien der Frau. Und die sind bekannterweise
ihr stärkster Lust-Multiplikator. Warum? Weil Sie sich beim
Bauchnabelkuss geografisch betrachtet auf direktem Weg zu ihrer
Scham befinden. Zwischen Ihrem Gesicht und ihrer Vagina liegen nur
noch ein paar Zentimeter. Und im Kopf der Frau kreist die Frage: „
Tut er’s oder tut er’s nicht?“ Oft sind sich die Frauen gar nicht
sicher, ob sie mit dem Mund verwöhnt werden wollen. Doch je länger
Sie ihren Bauch liebkosen, desto größer wird ihr Verlangen. Im
Prinzip können Sie dort weiterküssen, -knabbern und -lecken, bis
sie von weiter oben einen neuen Auftrag erhalten: „Bitte mach
weiter, aber weiter unten!“
5. Lippenkuss
Das ist die Mutter aller Küsse – und die Königsdisziplin.
Unterarten: 1. der flüchtige Mundkuss, 2. der intensive Mundkuss
und 3. der Zungenkuss. Der flüchtige Mundkuss leistet Ähnliches wie
der Wangenkuss (siehe Punkt 6). Der intensive Mundkuss ohne Zunge
ist schon ein ernst zu nehmendes Erotikum, Sie sollten dabei
entweder das Gesicht der Liebsten in die Hände nehmen oder den Kopf
an den Haaren sanft, aber fordernd nach hinten ziehen. Der
Zungenkuss ist ein Kapitel für sich. Wichtigster Punkt: Nicht
gleich die Zunge einsetzen, sondern erst die Lippen
behutsam-zärtlich oder spielerisch-fordernd öffnen. Wenn Sie drin
sind, denken Sie daran: Ein perfekter Zungenkuss ist ein Paradoxon –
weich, aber fest. Dafür sind gut 30 Kussmuskeln im Einsatz.
Schlaffe Lippen geben einer Frau das Gefühl, einen Schlaffi zu
küssen. Die in Kitschromanen häufig vorkommende Wendung „Er trank
ihre Küsse“ ist nicht wörtlich zu nehmen – zu viel Spucke im
Liebesspiel törnt ab.
6. Wangenkuss
Der fröhliche Gute-Laune-Kuss. Am Morgen an der Haustür, am
Abend zur Begrüßung. Der hat nun wirklich gar nichts mit Sex zu
tun, das ist nur so ein Kinder-Kuss: Schmatz, und alles ist gut.
Glauben Sie das wirklich? Tatsächlich verhält es sich bei einem
Wangen- wie beim Stirnkuss: Wesentlich ist, was dahinter steht. Ein
Wangenkuss drückt Aufmerksamkeit aus, Präsenz. Er zeigt eine
Haltung, die Frauen oft bei Männern vermissen: Anteilnahme. Der
Wangenkuss ist eine harmlose und zwanglose Art der Berührung – ist
aber eine Berührung! Wer auf die Möglichkeit zu berühren
verzichtet, verweigert seine Anteilnahme und verzichtet auf Sex.
Viel später. Setzen Sie den Wangenkuss so oft wie möglich ein, etwa
immer dann, wenn Sie in der Wohnung aneinander vorbeigehen. Das hat
dann was von „Ich kann die Hände nicht von dir lassen“, von „Ich
nehme dich in Besitz, wann immer du mir begegnest“, von „Ich bin
für deine Gefühle da – auch für die sexuellen“.
7. Fingerkuss
Handküsse gehörten früher zu dem Repertoire jedes halbwegs
geschickten Herzensbrechers. Inzwischen sind sie aus der Mode
gekommen. Als Liebhaber und Verführer ist das Küssen der einzelnen
Finger für Sie aber ein absolutes Muss. Es ist elegant und sinnlich
zugleich, eine Kombination, die Frauen umhaut. Nach einem feinen
Abendessen können Sie noch bei Tisch damit anfangen, denn
Fingerküsse sind gesellschaftsfähig. Dazu ein hypnotisierender
Blick von unten nach oben – das ist für Frauen ein besseres
Vorspiel als stundenlanges Bestreicheln bei Kerzenlicht. Selbst
wenn die Dame schon nackt ist und andere Teile ihres
Alabaster-Körpers locken, lohnt sich ein Abstecher zu den Händen.
Denn, wie es im Kamasutra heißt: „Er soll jeden ihrer Finger
liebkosen.“ So wie in den Füßen liegen auch hier Nervenenden, die
mit den inneren Organen in Verbindung stehen und Lust auf mehr
machen.
8. Augenkuss
Der historische Hintergrund: Minnesänger glaubten, die Augen
seien das Fenster zum Herzen einer Frau. Die Lider zu küssen, das
heißt, eine Frau zu bitten, das Herz zu öffnen. Augen küssen, das
macht man nur, wenn man verliebt ist, in erhabenen Momenten. Tun
Sie es, wenn Sie mit ihr vorm Kamin liegen und Sie gerade gefragt
haben, ob sie Sie heiraten will. Oder nachdem Sie mit ihr eine
kleine Kirche in Italien besichtigt haben und beseelt von
Spiritualität an das ewige Glück mit ihr glauben. Der Augenkuss
muss leicht sein wie ein Hauch. Küssen Sie jedes Lid einmal mit
geschlossenen Lippen. Je leichter die Küsse sind, desto mehr graben
sie sich ins Unterbewusstsein. So ein Kuss ist für eine liebende
Frau wie ein Andenken – wie ein T-Shirt von Ihnen, das sie unters
Kopfkissen steckt.
9. Ohrenkuss
Ohrenküsse sind so unschuldig, dass man sie auch in der
Öffentlichkeit austauschen darf – einerseits. Auf der anderen Seite
sind sie bei Männern oft der erste Ausdruck eines manifesten
Begehrens. An den Ohren knabbert man selten einfach so, zwischen
Leberwurstbrot und den „Tagesthemen“. Denn ein jeder, dessen Ohr
schon einmal geküsst worden ist, weiß genau: Ohrenküsse stimulieren
– und sind nicht selten ein Sex-Appetithäppchen. Genau das macht
sie auch so heikel. Denn die Frau darf bei einem Ohrenkuss niemals
spüren, dass er ein Mittel zum Zweck ist, das oben Anklopfen, um
unten reingelassen zu werden. Lassen Sie sich also immer etwas
einfallen. Küssen Sie, beißen Sie, saugen Sie, erobern Sie. Stellen
Sie sich vor, das Ohr Ihrer Partnerin sei eine Festung. Und nutzen
Sie die Erotik Ihres Atems. Stöhnen Sie ihr leise ins Ohr – Stöhnen
ist die Sprache der Lust.
10. Intimkuss
Zwischen den Schenkeln einer Frau avanciert das Küssen im
besten Fall zur echten Kunst. Da lässt sich Stümperei nicht mehr
vertuschen. Darum sollten Sie Oralsex wirklich beherrschen – und
zwar in allen Facetten. Die heißen: küssen, lecken, saugen,
knabbern – wenn gewünscht, sogar beißen. Entscheidend ist dabei
aber nicht, dass Sie alle diese Disziplinen auch durcharbeiten,
sondern dass Sie spüren, welche Variante bei welcher Frau ankommt.
Dazu müssen Sie die Reaktionen einer Frau analysieren, also aus
ihren Geräuschen, Bewegungen, dem Muskelspiel lesen. Ausgangspunkt
ist dabei in jedem Fall das Spiel Ihrer Zunge, wie beim Zungenkuss.
Um die Durchblutung im weiblichen Genitalbereich beim Oralsex
zusätzlich anzuregen, ist eine Massage des oberen Teils ihres
Hinterns sehr empfehlenswert. Entscheidend ist, dass Sie an
mehreren Fronten arbeiten. Beim Cunnilingus kommen Sie nicht ohne
Ihre Hände aus, sie sind Ihre wichtigsten Assistenten. Sie sollten
damit die Haut der Scham ein wenig nach oben schieben – dann erhöht
sich die Grundspannung der Klitoris. Das erhöht die Wirkung des
Zungenspiels – bis zum Orgasmus.
11. Fußkuss
Das Küssen der Füße ist für sehr viele Menschen ein Symbol
der Unterwerfung. Sie unterlassen es deshalb – und machen damit
einen schweren Fehler. Denn der Fußkuss ist zum Beispiel bei einem
gemeinsamen Bad eine wundervolle, zärtliche Geste. Erst mal. Der
Fuß ist nämlich auch eine erotische Reflexzone, das Küssen löst
nach der Reflexzonen-Lehre Blockaden, so dass Energie in
korrespondierende Körperteile fließen kann. Knöpfen Sie sich die
Wurzel des zweiten kleinen Zehs von außen vor. Danach wandern Sie
mit Ihrem Mund zum Knöchel. Wechseln Sie zur Oberseite, dort liegen
die Reflexzonen für das endokrine System, also sämtliche
Drüsenfunktionen, und die wollen Sie schließlich in Schwung
bringen. Und zum Schluss küssen Sie die Kniekehlen. Von dort ist
der Weg nicht mehr weit zu Kuss Nr. 10 – genau genommen ist der
Fußkuss also eine Abkürzung.