Nintendos 3DS beeindruckt mit vielen nützlichen Neuerungen und dem 3D-Erlebnis ohne Brille
Mit Nintendos neuem Handheld gibt's 3D ganz ohne Brille für unterwegs. Wir klären, ob sich die Anschaffung lohnt.
Um Ihre erste Frage gleich zu beantworten: Nein, wir können
Ihnen den beeindruckenden 3D-Effekt hier leider nicht in Videos
oder Fotos zeigen. Dafür verraten wir Ihnen, was Nintendos kleiner
Zauberkasten sonst so alles drauf hat. Frisch gestartet, zeigt der
3DS für knapp 250 Euro ein altbekanntes Bild: Die Menüführung wurde
von seinen Vorgängern übernommen. Mit der Ausnahme, dass der obere
Bildschirm schon beim Startlogo mit der neuen 3D-Funktion
kokettiert, die sich per Schieberegler stufenlos bis herunter auf
2D anpassen lässt.
Das ist neu
Technisch hat sich im Vergleich zum DSi einiges getan: Neben
dem oberen 3D-Display im Breitbildformat (800×240 Pixel
beziehungsweise 400×240 für jedes Auge) und einem 2D-Bildschirm
unten (320x240 Pixel), wurde dem 3DS endlich auch ein sehr
nützlicher Analogstick spendiert. Auf der Rückseite finden sich
neuerdings zwei Kameras, um 3D-Aufnahmen zu ermöglichen. Leider nur
in 0,3-Megapixel-Qualität, für den Oha-Effekt reicht's aber. Hinzu
kommt die altbekannte Portrait-Kamera an der Innenseite. Ein
eingebauter Beschleunigungssensor und ein Gyrometer erlauben die
Steuerung durch Drehen oder Kippen des Handhelds. Verbessert wurde
auch die WiFi-Funktion, die per Schalter an der rechten Seite
jederzeit an- und abgeschaltet werden kann.
Bei all den tollen Neuerungen des 3DS hat sich aber auch ein
Wermutstropfen eingeschlichen: Die Akkulaufzeit reduziert sich im
Groben von etwa zehn auf nur noch vier Stunden mit 3D-Effekt.
Vielleicht der Grund, warum Nintendo dem 3DS im Lieferumfang auch
eine kleine Dockingstation mit beilegt, damit der Handheld nach dem
Spielen auch ja sofort wieder voll aufgeladen wird.
Das Spielerlebnis
Kaum ist der 3DS eingeschaltet, kann es auch schon losgehen.
Entweder mit den vorinstallierten 3D-Minispielen, klassischen
DS-Games oder eben den neuen 3D-Titeln, die logischerweise nur auf
dem 3DS-System laufen. Besonders "Super Street Fighter IV – 3D
Edition" bringt die dritte Dimension hervorragend zur Geltung.
Wobei zu betonen ist, dass der 3D-Effekt des 3DS nicht vergleichbar
mit dem ist, was Sie in den Kinos zu sehen bekommen. Die
Dreidimensionalität geht eher in die Tiefe als dass etwas aus dem
Bildschirm heraus kommt. Meistens sieht es so aus, als ob sich
hinter dem 3D-Display eine Art Schuhkasten befindet, in dem sich
alles stereoskopisch abspielt.
Belohnungssystem mit Fitness-Faktor
Nintendo belohnt Spieler, die den 3DS auch tatsächlich
unterwegs dabei haben. Ein eingebauter Pedometer zählt im
Standby-Modus die Schritte, die mit dem Handheld zurücklegt werden,
um sie dann in so genannte "Game Coins" umzuwandeln. 100 Schritte
erbringen einen Game Coin. Schnell hat man sich damit ein kleines
Guthaben erlaufen, mit dem Extras oder Gimmicks in dafür
vorgesehenen Spielen freischalten werden können. Eine nette Idee,
die auch tadellos funktioniert.
Fazit
Nintendo verpasst mit seinem 3DS dem mittlerweile
hartumkämpften Handheld-Markt eine volle Breitseite. Zwar sind
Sonys PSP und Gaming-fähige Smartphones oder Tablets eine nicht zu
unterschätzende Konkurrenz, doch hat Nintendo mit der 3D-Funktion
ein echtes Ass im Ärmel, das so schnell keiner der Mitbewerber
anfechten kann. Zumindest nicht in diesem Jahr. Wer sich selbst
oder Freunde mit einem Effekt beeindrucken möchte, den es zuvor
noch nie auf einer Handheld-Konsole gab, ist mit dem 3DS auf jeden
Fall gut beraten. Ein besonderes Highlight ist auch das
faszinierende und gleichzeitig sehr spaßige "Augmented Reality",
das so erfrischend anders ist, dass wir es auf der nächsten Seiten
genauer vorstellen wollen.
Ich sehe was, was du nicht siehst!