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So halten Sie ihn bedeckt

10.02.2012 - 11:00 Uhr
Was tun bei ersten Anzeichen?
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Was tun bei ersten Anzeichen?

 © Shutterstock

Haarausfall zählt neben Impotenz zu den schlimmsten Krisen des Mannes. Wir zeigen Ihnen, wie sie diese kleinen haarigen Loser aufhalten.

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Wenn die Stirn immer höher wird, Geheimratsecken sich auch mit geschickter Kammführung nicht mehr verbergen lassen und Sie täglich mehr als 100 ausgehende Haare zählen können, ist es höchste Zeit, sich gegen den schleichenden Verlust zu wehren
Füttern Sie Ihre Haare: Die Haarwurzeln reagieren besonders empfindlich auf falsche oder einseitige Ernährung. Eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall ist – neben hormonellen Gründen – Eisen- und Zinkmangel. Bei Diäten mit weniger als 1000 Kalorien täglich ist die Versorgung mit allen lebenswichtigen und haarfreundlichen Vitalstoffen nicht mehr gesichert. Die unterernährten Haare gehen aber meist nicht sofort aus, sondern zwei bis vier Monate später. Doch auch Überernährung tut der Behaarung nicht gut. Unter fettem Essen und einem hohen Cholesterinspiegel leiden nicht nur die Herzkranzgefäße. Auch die feinen Adern, die die Haarwurzeln versorgen, verkalken schneller und die Haarwurzeln werden nicht mehr optimal durchblutet. „ Kahlköpfige Männer erleiden dreimal so häufig einen Herzinfarkt, wie Männer mit vollem Haar", erklärt Dr. Peter Proctor, Hautarzt aus Houston, Texas. Verhärtete Blutgefäße produzieren zudem weniger Nitrat. Dieser natürliche Stoff, der in gesunden Adern vorkommt, erweitert die Blutgefäße (ja, auch in anderen Körperteilen!), verhindert Blutgerinnsel und fördert auf diesem Weg auch das Haarwachstum.
Tipp: Haarfreundliche Ernährung ist fettarm und abwechslungsreich. Essen Sie mindestens zweimal wöchentlich Fisch und Meeresfrüchte, denn sie enthalten viel Zink und Eisen. Bei einseitiger Ernährung oder Diäten sind 3 Vitamin- und Spurenelementpräparate sinnvoll. Auch Vitamin H (Biotin) fördert gesundes Haarwachstum – Orangen liefern es reichlich.
Mehr Stress – weniger Haare
Chronischer Stress, Prüfungen oder andere psychisch belastende Situationen können Haare kosten. Wie Stress zu Haarausfall führt, ist noch weitgehend unklar. „Bei starker Stressbelastung beobachten wir häufig den so genannten „ neurotischen Haarausfall", sagt Professor Rolf-Dieter Hesch, Hormonexperte aus Konstanz. „Unter ausgeprägten Stress-Situationen, bei denen es zu einer permanenten Überlastung kommt, können vermehrt Haare ausgehen. Diesen Haarausfall sehen wir sehr oft bei Managern, die sich in ihrem Beruf übernehmen“, so Hesch. Männliche Hormone scheinen nicht beteiligt zu sein. Eventuell ist ein durch Stress erhöhter Cortisonspiegel für den Haarverlust verantwortlich. „Stressbedingter Haarausfall ist nur vorübergehend", beruhigt Dr. Franklin Kiesewetter aus Erlangen.
Tipp: Bekämpfen Sie den Stress, lernen Sie Entspannungsübungen. Neues Haar wächst aber weder durch autogenes Training noch durch Yoga allein. Ein Haarwuchsmittel macht vorübergehend durchaus Sinn.
Blank dank Schilddrüse
Die Schilddrüse reguliert das Haarwachstum genauso wie viele andere Stoffwechselvorgänge. Sowohl bei einer Unter- als auch bei einer Überfunktion ist Haarausfall möglich. „Liegt eine Unterfunktion vor, beginnt der Haarausfall in der Regel langsam und wird anfangs oft gar nicht bemerkt“, so Dr. Ferdinand Vennemann, Hautarzt und Buchautor aus Langenhagen. Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Müdigkeit sind weitere Anzeichen für eine Unterfunktion. Aber auch wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert, wird das Haar dünner. Vermehrtes Schwitzen, Gewichtsverlust und Nervosität begleiten eine Überfunktion.
Tipp: Durch eine Blutanalyse (T3, T4, TSH) lässt sich die Funktion der Schilddrüse überprüfen. Eine Ultraschalluntersuchung oder eine Szintigraphie (mit Kontrastmittel in den Venen) geben Hinweise auf herdförmige Unter- oder Überfunktionen der Drüse. Medikamente können fehlende Hormone ersetzen oder die Schilddrüse drosseln und so Haare erhalten.
Pillen gehen an die Wurzeln
Medikamente haben häufig Nebenwirkungen. Viele Wirkstoffe können unerwünschten Haarausfall verursachen. Nicht immer heißt es im Beipackzettel „Haarausfall“, sondern medizinisch „Effluvium“ oder „Alopezie“. Folgende Arzneimittel können Haarausfall auslösen: Gichtmittel (Allopurinol), Vitamine (Vitamin A, Retinol), Schilddrüsenmittel (Thiamazol), Blutverdünner (Heparin, Cumarin), Blutfettsenker (Bezafibrat, Clofibrat), Krampflöser (Carbamazepin), Hormone (Danazol, Testosteron, ), Säureblocker (Cimetidin), Blutdrucksenker (Beta-Blocker, ACE-Hemmer), Krebsarzneien (Zytostatika).
Tipp: Sollten Sie eines oder mehrere dieser Medikamente einnehmen oder Haarausfall als Nebenwirkung auf dem Beipackzettel entdecken, sollten Sie die Mittel nie eigenmächtig absetzen, selbst bei begründetem Verdacht in puncto Haarschwund. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!
Die Kopfhaut vergisst nie
Juckende Kopfekzeme, fettige Haare und vermehrte Schuppenbildung verursachen selber meist keinen Haarverlust, können aber einen bereits beginnenden männlichen Haarausfall eventuell beschleunigen. Auch Sonnenbrände, die bei dünner werdendem Haar immer häufiger auftreten, gefährden die Kopfhaut. „Jede Art von Hauterkrankung an der Kopfhaut kann den Haarverlust verschlimmern", sagt Dr. Peter Proctor, Dermatologe aus Houston. Bei Entzündungen wird die Kopfhaut mit aggressiven Stoffwechselprodukten überschwemmt, die die Haarwurzeln zu einem vorzeitigen Abstoßen der Haare veranlassen. Zwar schließen sich die Lücken meist wieder, wenn die Entzündung abgeklungen ist, dennoch ist es besser, Ihre Kopfhaut zu schützen.
Tipp: Erkrankungen der Kopfhaut bedürfen der professionellen Abhilfe durch einen Hautarzt. Gängige Schuppenshampoos können das Problem meistens nicht dauerhaft beseitigen: Zwar lösen sie die Schuppen, die Ursachen bleiben aber bestehen. Schuppen und chronische Kopfekzeme werden oft durch einen Hefepilz (Pityrosporum ovale) verursacht, der nur mit speziellen Wirkstoffen bekämpft werden kann. Die sind in Terzolin- oder Stieprox-Shampoos (Apotheke) enthalten. Selbst zur Therapie der Schuppenflechte (Psoriasis) gibt es eine Lösung, die den Vitamin-D-Abkömmling „Calcipotriol" enthält (rezeptpflichtig). Zum Schutz der Haare und Kopfhaut vor UV-Strahlen ist auch ein Sonnenschutzgel oder -spray mit hohem Lichtschutzfaktor zu empfehlen (z. B. UV-Protektor LSF 12 von Keralogie).

Quelle: 2012 Men’s Health – Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG
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