Am 7.7.2007 wurden in einer opulenten Show in Lissabon die sieben neuen Weltwunder bekannt gegeben. 100 Millionen Menschen hatten im Internet, telefonisch oder per SMS an der Wahl teilgenommen. Für Deutschlands Kandidaten wurde der Tag allerdings zur verflixten Sieben: Das Schloss Neuschwanstein schied im Finale aus.
von Andrea Bonder
In Asien, Amerika und in Europa sind die frisch gewählten, aber uralten neuen sieben Weltwunder zu Hause. Einziger Sieger aus Europa ist das Kolosseum mitten in Rom, das fast zwei Jahrtausende alte und gut erhaltene Amphitheater. In Asien schaffte es die Chinesische Mauer auf's Treppchen, das größte je von Menschenhand erschaffene Bauwerk, das sogar aus dem Weltall zu erkennen ist. Sie schützte den Norden Chinas 220 vor Christi sowie im Mittelalter vor den Mongolen und ist heute von Peking aus zu besichtigen.
Wunderbares in Indien und Jordanien
Das imposante Taj Mahal in Agra (Nordindien) wurde 1630 als Mausoleum von einem muslimischen Kaiser für seine verstorbene Frau errichtet und ist heute eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Uttar Pradesh. Drittes asiatisches Weltwunder ist die Felsstadt Petra in Jordanien. Rund um Christi Geburt war sie eine florierende, in Wüstenberge hineingebaute Königstadt mit Palasthöhlen, Tempeln, Tunnels, Wasserkammern und ein Theater mit 4.000 Sitzplätzen.
Weitere drei Weltwunder liegen in Mittel- und Südamerika. Chichen Itza auf Yucatan in Mexiko ist die berühmteste Maya-Tempelstadt. Die riesigen Pyramiden und Tempel aus vormittelalterlicher Zeit, vor allem die Kukulkan-Pyramide, können bis heute besichtigt werden. Machu Picchu in Peru wurde 1460-1470 von den herrschenden Inkas zwischen den Anden und dem Amazonas-Dschungel angelegt. Die Stätte ist heute ein beliebter Pilgerort für Trekkingurlauber. Die 38 Meter hohe Christus-Statue auf dem Corcovado-Berg in Rio de Janeiro ist das jüngste Weltwunder: Sie wurde erst 1931 fertiggestellt.
Mitbewerber aus fünf Kontinenten
Weitere 14 Kandidaten hatten es in die Endrunde der Wahl geschafft. Die Hälfte kamen aus Europa, nämlich das Schloss Neuschwanstein, der Eiffelturm in Paris, die Akropolis in Athen, die Alhambra im spanischen Granada, Stonehenge in Großbritannien, der russische Kreml und die Hagia Sophia in Istanbul dazu. Mit den Pyramiden von Gizeh (Ägypten) war sogar eines der antiken Weltwunder dabei. Die anderen Finalisten waren Angkor in Kambodscha, der Kiyomizu-Tempel in Japan, die Statuen auf den Osterinseln (Chile), die Freiheitsstatue (USA), die Oper von Sydney und Timbuktu in Mali.
Bereits im Altertum gab es die Antiken 7 Weltwunder. Zu ihnen gehörten die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon, der Koloss von Rhodos, das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos, der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria, die Pyramiden von Gizeh in Ägypten, der Tempel der Artemis in Ephesos und die Zeusstatue des Phidias von Olympia. Ähnlich wie die Olympischen Spiele 1896 in der Neuzeit wieder auflebten, ließ New 7 Wonders-Gründer Bernhard Weber die Weltwunder nun wieder neu wählen. Doch damit nicht genug: Als nächstes sollen die neuen 7 Naturwunder zur Wahl stehen.
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