Eine Badewanne mit Blick auf Elefanten? Wer im Süden und Osten Afrikas auf Safari geht, der wird mittlerweile mitten im Busch von den außergewöhnlichsten Lodges und Camps überrascht. Der Trend geht zu ausladenden, offenen Eco-Villen und so genannten Tented Camps, deren "Zelte" keine Annehmlichkeiten vermissen lassen.
von Andrea Bonder
Frühmorgens klingelt der Wecker. Um sechs Uhr geht es noch im Morgengrauen mit dem olivgrünen Jeep auf die Pirsch. Es ist noch kühl, und die Ranger haben bereits die ersten Tiere aufgespürt. Auf der zweistündigen Tour durch den Busch hoffen alle, die Big Five - Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard - vor die Kamera zu bekommen. Vielmehr Giraffen, Zebras und Antilopen streifen durch die Landschaft. Wer morgens weniger Glück gehabt hat, hofft auf die zweite Fahrt am Spätnachmittag, wenn es zum Sonnenuntergang wieder in die Natur geht.
In der Lodge ist Relaxen angesagt. In der Hitze des Tages ruhen sich die Gäste nach dem Frühstück aus, legen sich in den Pool oder in den Schatten, einige setzen sich in die Bibliothek und blättern in Büchern mit Tierfotografien. Nach dem Mittagessen haben einige eine Massage im Spa gebucht, andere machen mit einem Ranger einen Busch-Spaziergang. Bei Trockenheit kommen die Tiere gar so nah an die Wasserlöcher, dass man sie tagsüber von der Lodge aus beobachten kann. Abends sitzen die Gäste nach dem Dinner am Lagerfeuer zusammen und schauen in die Sterne, bevor es früh ins Bett geht. Denn gegen 5 Uhr klingelt ja wieder der Wecker...
Die Unterkünfte, die sich farblich sehr schön in die Natur einpassen, sind in den letzten Jahren immer ausgefallener geworden. In jüngster Zeit entstehen vor allem kleine Lodges, in denen die Unterkünfte offene, einzelne Häuser aus Naturmaterialien sind und in denen man vom Bett aus einen Panoramablick in die Umgebung hat. Ein "Zimmer" ist dort eine freistehende, großzügige und geschmackvoll eingerichtete Villa mit großem Bad und Außenterrasse oft mit kleinem Pool. In ihnen fühlt man sich allein mitten in der unberührten Natur und muss doch auf Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, heiße Dusche und Kühlschrank nicht verzichten. Naturbelassenes Holz und Wurzeln, Strohdächer, Naturstein und afrikanische Dekoration runden das Safari-Feeling ab.
Zweiter Trend sind die "Tented Camps", eine Luxusvariante der einfachen Zeltsafari. Die olivgrünen oder sandfarbenen Zelte sind mit Holzmöbeln eingerichtet, haben Badezimmer und eine urige Beleuchtung mit Öllaternen. Vor dem Zelt stehen Stühle auf einer Holzterrasse oder unter dem Vordach im Sand. In einem solchen Camp ist man der Natur noch näher und hört gerade die Geräusche der Nacht sehr intensiv.