Tauchen, Schnorcheln, im Glasboot fahren - die Unterwasserlandschaft im Urlaub ist mit bunten, intakten Korallenriffen voller Fische wunderschön anzusehen. Doch Wassererwärmung und Dynamitfischen gefährden die Riffe. Daher ist 2008 zum internationalen Jahr der Riffe erklärt worden.
Von Andrea Bonder
Wer in tropisch warmen Gegenden Urlaub am Meer macht, für den gehören Schnorchelausflüge und Tauchgänge zum Höhepunkt ihres Urlaubs. Sie bekommen bunte Fische vor die Brille, die vor einer bizarr-schönen Kulisse aus Korallen entlang gleiten, oder sich darin verstecken. Wer genauer hinsieht, entdeckt die Korallenbanken aus Kalk, die die Hartkorallen gebildet haben. Allein sie haben die unterschiedlichsten Farben und Formen: filigrane Fächer, tischähnliche Tafelkorallen, Korallen in Kugel-, Baum- und Spitzenform. Dazwischen wuchern die Weichkorallen, wobende Röhren, Seefächer und sogar kleine Bäumchenkorallen, die bei Annäherung blitzschnell im Boden verschwinden. Ihrer Optik zum Trotz sind Korallen übrigens keine Pflanzen, sondern Tiere, sie gehören genau gesagt zu den Blumentieren vom Stamm der Nesselzellen.
Riffe zählen zu den komplexesten und faszinierendsten Ökosystemen unserer Erde. Sie haben eine große Bedeutung als Wellenbrecher für den Küstenschutz, im Fischfang und natürlich im Tourismus; und letzte gefährden sie auch. In früheren Jahren haben Fischer oft achtlos ihre Anker in die Riffe geworfen und Fische mit Dynamit gefangen, so dass in manchen Gegenden die Korallen zerstört wurden. Touristen achten leider bis heute nicht auf ausreichenden Abstand zu den Korallen, die an den Stellen absterben, an denen sich Schnorchler festhalten, draufstellen und Stücke für die Souvenirsammlung abbrechen.
Das Internationale Jahr des Riffes soll weltweit für mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Sensibilität des Unterwasserlebensraumes sorgen. Das Berliner Museum für Naturkunde koordiniert in Deutschland Sonderausstellungen, Schulprogramme, Vorträge und Seminare. Besonders aktiv werden Urlaubsländer mit Riffen. So hat der australische Bundesstaat Queensland einen Online-Guide über das Great Barrier Reef herausgegeben und legt besonderen Fokus auf Forschungs- und Riffschutzaktivitäten.
Doch wo sind die schönsten Riffe?
Informationen:
Internationales Jahr des Riffes: [LINK "http://www.iyor2008.de" ]www.iyor2008.de
Australien
Das Great Barrier Reef ist mit 3.000 Einzelriffen und mehr
als 600 Inseln das größte Korallenriff der Welt, das sogar aus dem
Weltall zu sehen ist. Schon 1981 hat die Unesco es zum
Weltnaturerbe erklärt. Da das Riff im Norden Queenslands dem
Festland am nächsten ist, machen die meisten Urlauber von Cairns
aus Ausflüge zum Riff.
Ägypten/ Sudan
Wer nicht so weit fliegen möchte, ist am Roten Meer richtig. Von allen Küstenstädten aus kann man zu den Riffen herausfahren, die Sicht ist sehr gut. Während im Norden Boot an Boot liegt, ist es im Süden ruhiger. Besonders ursprünglich ist es im Sudan, wo nur Tauchkreuzfahrten möglich sind.
Malediven
Die Atolle und ihre 1.200 Inseln sind von Korallenriffen umgeben. Die Resortinseln haben Hausriffe, nahe Korallengärten zum Schnorcheln und Tauchschiffe, mit denen man zu den Riffen der Umgebung fahren kann.
Thailand/ Burma
Koh Tao im Golf von Siam ist eines der größten Ausbildungszentren der Welt. Schöner, da unberührter sind die Riffe an den abgelegenen Similan Islands und in den Burma Banks in der Andamanensee.
Malaysia
Die Riffe um die Inseln Sipadan, Mabul, Kapalai und Mataking an der Ostküste Sabahs sind unter anderem wegen ihres Fischreichtums eines der Top-Tauchgebiete der Welt. Hier ist es viel ruhiger als an den Riffen vor der Ostküste Westmalaysias, die vor den Inseln Perhentian, Redang und Tioman liegen.
Indonesien
Vor den 17.000 Inseln gibt es viele Riff-Highlights. Besonders schön ist Bunaken in Nord-Sulawesi, Pulau Weh im Norden Sumatras sowie die Riffe vor Bali, Lombok und den östlichen Inselgruppen.
Philippinen
Eines der vielfältigsten Gebiete ist die Inselwelt der Philippinen, vor fast jeder der über 7.000 Inseln liegen Riffe. Die meisten Riff-Urlauber fahren nach Bohol mit seinen schönen Korallengärten und Steilwänden, Cebu mit dem Großfischen vor Malapascua Island sowie Mindoro, Negros und Boracay.
Belize
Recht unbekannt und deshalb noch besonders unberührt ist das zweitgrößte Riff der Welt, das im Golf von Mexiko vor der Küste von Belize liegt. Am bekannten ist das Blue Hole, ein 135 Meter tiefer Krater mit Haien und Schildkröten.